Frostige Nächte: Hilfe für Obdachlose läuft an

Am Dienstagabend hatten die Obdachlosen in den meisten großen Städten in Belgien angesichts der anstehenden frostigen Temperaturen bereits einige Möglichkeiten vorfinden können, um die Nacht geschützt verbringen zu können. Unter anderem in der belgischen Hauptstadt Brüssel wurde der Nachtauffang für Obdachlose bereits in Angriff genommen.

Eigentlich beginnt der Winterplan zum Auffangen von Obdachlosen in Brüssel erst am 1. Dezember, doch schon einige Tage vorher wurde angesichts von vorausgesagten Minustemperaturen von bis zu -9°C alles vorbereitet, um den Betroffenen ein Dach über dem Kopf, eine warme Mahlzeit und ein Bett bieten zu können. Zudem machten sich einige Teams von Sozialarbeitern, Krankenpflegern und Psychologen in den beiden vergangenen Nächten auf, um Obdachlose an den bekannten neuralgischen Stellen in der Hauptstadt aufzuspüren und gegebenenfalls mitzunehmen.

In den flämischen Metropolen Gent und Antwerpen wurden ebenfalls bereits vor einigen Tagen die Notunterkünfte der Obdachlosenhilfe eröffnet. Ziel ist, jedem Obdachlosen zu helfen, damit er die Nacht nicht in frostigen Temperaturen unter freiem Himmel verbringen muss. Doch nicht immer wollen die Betroffenen auch mit in die Zentren kommen. Dann werden sie von den Sozialhelfern mit Decken versorgt und ab und zu wird noch in der Nacht kontrolliert, wie es um diese Obdachlosen bestellt ist.

In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, dass unter den Obdachlosen in Belgien immer öfter auch junge Leute zu finden sind, Menschen, die kaum älter als 25 Jahre alt sind. Manche von ihnen - auch psychisch gestörte oder labile junge Menschen - haben ihre Jugend in Heimen verbracht, mussten aber dort mit 18 Jahren ausziehen.

Einen Job finden sie nicht und die Sozialhilfe reicht nicht aus, um die immer höher steigenden Mieten in den Städten zu bezahlen. Da Vermieter nicht selten Gehaltsstreifen von potentiellen Mietern verlangen, die solche Leute nicht vorweisen können, landen diese schnell auf der Straße. Nicht selten sind darunter auch ganze Familien mit Kindern oder alleine lebende junge Frauen.