Regierung Michel: 100.000 Jobs seit Amtsantritt

Die belgische Mitte-Rechts-Regierung um Premierminister Charles Michel (MR - Foto) hat in ihren bisher zwei Jahren Amtszeit offenbar einen für den Arbeitsmarkt günstigen Rahmen schaffen können. Die Belgische Nationalbank (BNB) berechnete, dass seit dem Antritt der Regierung Michel I. rund 100.000 zusätzliche Jobs geschaffen werden konnten.

Die Nationalbank stellte außerdem fest, dass zwei von drei dieser neuen Jobs in der Privatwirtschaft entstehen konnten. Dies sei den Regierungsmaßnahmen zur Steuerreform zu danken, glaubt Peter Vanden Houte, Chefvolkswirt bei der ING-Bank in Belgien. Vanden Houte stellt fest, dass die Steuern auf Arbeit im Rahmen der Tax Shift zugunsten der Arbeitgeber verschoben werden konnten. Doch auch ein gewisses Maß an Wirtschaftswachstum spiele dem Arbeitsmarkt in die Hände, sagte der Volkswirt am Donnerstag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Wir kommen aus der schweren Krise der Jahre 2008 und 2009. Seit dieser Zeit belief sich das Wachstum immer um 1 % bis 1,5 %. Wachstum war also vorhanden. Was man aber in den vergangenen zwei Jahren spezifisch sehen kann ist faktisch ein Schaffen von Arbeit, das sich mehr und mehr in Richtung Privatwirtschaft bewegt. Das hat doch mit den Maßnahmen der Regierung zu tun, die getroffen wurden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Aus diesem Grund kann die Privatwirtschaft wieder mehr Personal anwerben.“

Viele neue Stellen wurden im Bereich Dienstleistung geschaffen, doch laut Nationalbank werden gleichzeitig kaum Arbeitsplätze in der Industrie oder am Bau abgebaut. Dort sind seit dem Jahreswechsel rund 3.000 zusätzliche Stellen hinzugekommen.