"Studenten, die Ritalin nutzen, sind Dopingsünder"

Wenn es nach Ansicht des renommierten Toxikologen Jan Tytgat geht, dann müssten Studenten, die während der Examens- und Klausurzeit Ritalin nehmen, gesperrt werden. Tytgat, der einen Lehrstuhl an der Katholischen Universität Löwen (KULeuven) innehat, fordert in dieser Hinsicht mehr Prävention von Seiten der Bildungsinstitute.

Ritalin ist ein Medikament, dass grundsätzlich gegen ADHD angewendet wird und dieses Mittel ist nur auf ärztliches Rezept zu beziehen. Professor Tytgat (Archivfoto) fordert von seiner Universität, dass diese gegen den Gebrauch von Ritalin bei ihren Studenten etwas unternimmt.

Dabei plädiert der Toxikologe gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion nicht für ein Verbot von Ritalin oder, wie er es nennt, für Dopingkontrollen, sondern für präventive Maßnahmen, z.B. Aufklärung zu den Risiken: „Das muss nicht kontrolliert werden, z.B. mit einer Urinprobe oder einen Speicheltest. Das muss für mich nun nicht gerade gemacht werden. Dann müsste man auch infrage stellen, wenn jemand über seine Lebensmittel, wie mit Koffein, seinen Geist beflügelt. Ist das dann auch noch ehrlich gegenüber jemand, der nüchtern ist?“

Die Löwener Universität geht auf die Bemerkungen ihres Toxikologen ein, will dabei aber ebenfalls auf Kontrollen ihrer Studierenden verzichten. Das Resultat von Klausuren in Frage zu stellen, die mithilfe von Ritalin zustande gekommen sind, will die Uni ebenfalls nicht, denn dies würde auch endlos lange juristische Verfahren nach sich ziehen, hieß es dazu von Seiten der KULeuven.

Dass die Löwener Universität aber eine entsprechende Politik einführt, in der zum umsichtigen Umgang mit Medikamenten geraten wird, fordern viele Seiten, unter anderem auch die Studentenverbände selbst, wie in der aktuellen Ausgabe Universitätszeitschrift Veto zu lesen ist.

TRACY DOMINEY/SCIENCE PHOTO LIBRARY