Premier Michel bestellt Prinz Laurent ein

Belgiens Premier Charles Michel wird Prinz Laurent wegen seiner Äußerungen vom Mittwoch in den Medien persönlich einbestellen. Der Premier bezeichnete die Äußerungen als unangebracht und bittet, das Parlament zu respektieren.

Prinz Laurent hat am Mittwoch erneut Staub aufgewirbelt. Anlaß waren kritische Fragen zur Buchhaltung in seinen Unternehmen. 

"Ich habe dem Staat in meinem Leben schon viel mehr gegeben als dieser mir zurückgegeben hat. Ich habe Steuern in Millionenhöhe bezahlt", so der Prinz. "Ich habe immer darum gekämpft arbeiten zu dürfen, aber man hat mir ständig Steine in den Weg gelegt. Die Buchhaltung meiner Unternehmen ist einwandfrei", so der Prinz sichtlich genervt.

Laurent kritisierte auch, dass "bestimmte Politiker" seine Familie ihn in Ruhe lassen sollten.

"Er bewegt sich in die falsche Richtung. Er fängt an, auszuteilen", so die Vlaams Belang-Parlamentarierin Barbara Pas. "Er sagte, dass ihn die Polititk in Ruhe lassen soll, das geht gar nicht."

Auch Premier Michel ist über die Äußerungen verärgert, inbesondere, weil er erst letzte Woche Außenminister Didier Reynders bat, Laurent nach seinem vorab nicht abgesegneten Gespräch mit dem Premier von Sri Lanka zur Ordnung zu rufen.

Dieses Mal wird der Premierminister Prinz Laurent deshalb gleich selbst einbestellen. "Ich finde, dass seine Worte ganz und gar nicht angebracht sind. Als Mitglied des Königshauses muss er laut Gesetz Zurückhaltung bei öffentlichen Äußerungen an den Tag legen. Natürlich ist das Parlament zu respektieren", hieß es während der Fragestunde im Parlament. 

Der Premier wird also mit Laurent "ein Gespräch führen", um ihm die "Regeln ins Gedächtnis zu rufen."