Flandern: Was tun mit leer stehenden Kirchen?

Viele Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern können sich den Unterhalt von leerstehenden oder kaum noch besuchten Kirchen kaum noch oder überhaupt nicht mehr leisten. Die Landesregierung bietet derzeit eine interessante Möglichkeit zur Lösung dieses Problems. Der Flämische Baumeister, eine beratende Einrichtung der Landesregierung, liefert Ideen.

Noch in den 1970er Jahren besuchte jeder dritte Flame noch die heilige Messe und ging regelmäßig in die Kirche. Heute geht nur noch etwa jeder 20. Flame zur Messe in der Kirche. Das bedeutet, dass hier viele Kirchen in den Gemeinden leer stehen oder kaum noch unterhalten werden. Dazu gehören auch oftmals größere Klöster.

Doch ein Abriss ist keine Option, denn Kirchen, Kapellen oder Klöster gehören zur Identität von Städten und Gemeinden, sie gehören oftmals zur „Skyline“ von Ortschaften oder sie bilden quasi das Zentrum, den Kern von Gemeinden.

Jetzt bietet die flämische Landesregierung eine Lösung. Noch bis Februar 2017 können Städte und Gemeinden beim Team „Flämische Baumeister“ um Rat fragen oder um Ideen bitten, wie man mit der Bausubstanz von leeren Kirchen umgehen kann oder in welchem Maße diese umgewidmet werden können. Das Team berät dann mit lokalen Projektentwicklern und dem Gemeinden über die Möglichkeiten. Das Land bietet sogar Zuschüsse: 30 % für nicht geschützte Bauten und 80 % für Gotteshäuser, die unter Denkmalschutz stehen.

Beispiele im Internet

Das Team Flämische Baumeister schöpft aus einer ganzen Reihe Beispiele und dabei hilft eine Webseite, die unter dem Titel „Neubestimmung für Kirchen“ (Herbestemming kerken) rund 250 Projekte aufzeigt. Hier wurden z.B. aus Kirchen Museen, Kultur- und Nachbarschaftszentren, Bibliotheken oder Buchläden, Restaurants oder Hotels, Kinos oder Theater, Büros oder Wohnungen. Exotischere Ideen sind ebenfalls zu finden. So wurden aus Kirchen auch mal Fitnesszentren, Tanzschulen, Schwimmbäder, ein Zirkus oder auch ein Trampolin- und Spielzentrum.