Mehrzahl der Eltern hilft Schule mit Finanzspritze

Fast alle Elternmitwirkungen im öffentlichen Bildungswesen in Flandern unterstützen ihre Schule finanziell. Als "unsichtbare Schulrechnung", bezeichnen die flämische Elternvereinigung und der Elternbund am Dienstag diese Situation.
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Das eingesammelte Geld werde zudem häufig für Dinge ausgegeben, die eigentlich mit den regulären Mitteln bezahlt weden müssten, zum Beipsiel für die Renovierung des Spielplatzes oder den Ankauf von Material.

Der Elternverband führte eine Umfrage bei 167 Elternvereinigungen durch. Fast alle (96 Prozent) unterstützen ihre Schule finanziell. Das geht aus der Umfrage hervor. 

In den Grundschulen liegt der Anteil sogar bei 100 Prozent, in den Sekundarschulen bei 77 Prozent. Die Eltern sammeln zum Beispiel das Geld über Schulfeste oder über Waffelverkäufe ein.

Bis auf Sponsoring und Subventionen kommen alle Einkünfte von den Eltern. Im Jahr bezahle jedes Elternpaar im Durchschnitt rund 68 Euro zusätzlich zu den allgemeinen Schulkosten.

37 Prozent der Elternmitwirkungen spendet somit der Schule jährlich zwischen 2.500 und 5.000 Euro, 13,5 Prozent bezahlt mehr als 10.000 Euro im Jahr. 83 Prozent der Befragten hält ihre finanzielle Spritze für notwendig.

Der Dachverband der Elternmitwirkungen ist zufrieden mit dem Engagement der Eltern, aber die Elternmitwirkung sei mehr als nur ein Festkomitee. So müsse den Elternmitwirkungen auch Zeit und Raum für Empfehlugnen eingeräumt werden. Das stehe im Beteiligungsdekret.

Das katholische Unterrichtswesen weist darauf hin, dass die Studie das Unvermögen der Schulen, ihre Rechnungen zu zahlen, aufzeige. Das katholische Unterrichtswesen kritisiert die anhaltenden Einsparungen bei den Arbeitsmitteln. "Das hat die paradoxe Folge, dass Eltern doch für die Kosten aufkommen, denn eine maximale Rechnung funktioniert nur, wenn ausreichend Mittel vorhanden sind."

Die flämische Unterrichtsministerin Hilde Crevits sieht ein, dass zusätzliche Mittel benötigt würden, aber betont auch, dass ehrenamtliche Helfer unererläßlich seien. Die Ministerin will, dass Geschenke, die an Schulen gemacht werden, künftig von der Steuer abgezogen werden können.

Geschenke in der Hochschulbildung sind bereits von der Steuer absetzbar.