Flandern wünscht ein Brexit-"Plus-Abkommen"

Die flämische Landesregierung will nicht nur ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien nach dem Brexit erreichen, sondern zusätzlich ein „Plus-Abkommen“ mit der Europäischen Union zu bestimmten Themenbereichen. Im Rahmen eines Rundtischgesprächs mit der Wirtschaftswelt wurde der bevorstehende Austritt der Briten aus der EU aus flämischer Sicht analysiert.

Flanderns Landeschef Geert Bourgeois (N-VA - kl. Foto) hatte zu einem Rundtischgespräch mit der flämischen Wirtschaft zu den möglichen Folgen des Brexit für das belgische Bundesland eingeladen.

Mit am Tisch saßen Vertreter der Häfen, der Universitäten, der Unternehmerverbände Unizo und Voka, sowie die Dachverbände verschiedener Industriebereiche (z.B. Metall (Agoria), Lebensmittelindustrie (Fevia), Industrie (Fedustria)) und auch der Bauernverband.

Dabei wurden alle möglichen Folgen für die flämische Wirtschaft und Industrie, die ein Brexit möglicherweise mit sich bringen könnte, analysiert. Sowohl die Politik, als auch die Wirtschaft in Flandern sprachen sich für einen „soften“ Brexit aus, bei dem die EU und die Briten eine Art Freihandelsvertrag aushandeln sollen. „Flandern hat ein Interesse daran, dass kein Protektionismus entsteht. Das ist für unseren Wohlstand absolut erforderlich. Wir leben vom Export“, sagte der Ministerpräsident dazu.

Einen solchen „freundlichen“ Brexit will Flandern nicht nur über ein Freihandelsabkommen gesichert wissen, sondern auch über eine Art „Plus-Abkommen“ zwischen der EU und Großbritannien, das eine enge Zusammenarbeit auf Ebene der Energieversorgung, der Nordsee und Forschung, Entwicklung sowie Innovation garantiert.

Das erklärte Ziel der flämischen Landesregierung ist, die Sorgen und Nöte der Wirtschaft während den auf föderaler belgischer Ebene laufenden Verhandlungen zum Brexit gesichert zu sehen. Landeschef Bourgeois versicherte allen Beteiligten, dass für sie „die Türe seines Kabinetts zu jeder Zeit offensteht.“