Nun doch Schnelltram von Hasselt nach Maastricht

Das belgische Bundesland Flandern und die niederländische Provinz Südlimburg haben sich überraschend nun doch auf den Bau einer Schnelltram zwischen der flämisch-limburgischen Provinzhauptstadt Hasselt und der niederländischen Stadt Maastricht geeinigt. Nach Jahren von Stillstand und schlechter Verständigung habe man nun zusammengefunden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung.

Am Donnerstagvormittag unterzeichneten Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA), Roger Kesteloot von der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn und der südniederländische Provinzabgeordnete Patrick Van der Broek (CDA) ein gemeinsames Abkommen, das den Weg für den Bau einer Schnelltram zwischen Hasselt und Maastricht nach Jahren der gegenseitigen Blockade endlich freimacht.

Noch vor rund einem Jahr schien das Projekt eigentlich vom Tisch zu sein, denn zwischen den betroffenen Regionen und den Anliegergemeinden, die allesamt für den Bau der sogenannten „Spartacus-Schnelltram“ sind, herrschte schlechte Stimmung und eine Einigung war nach entgegengesetzten Vorstellungen in weite Ferne gerückt.

Doch jetzt ist plötzlich alles anders und das Projekt kann umgesetzt werden, die Flanderns Verkehrsminister Weyts gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Belang van Limburg sagte: „Wir sind sehr zufrieden darüber, dass wir eine Übereinkunft unterzeichnen konnten. Von einem schlechten Verhältnis aus haben wir uns auf eine Verständigung geeinigt, die noch nie so gut war. Überdies investieren die Niederlande noch einmal 4 Mio. € für die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Weert und Antwerpen und 1 Mio. € in eine Verbesserung der Qualität der Tramstationen und in eine Busverbindung zwischen Echt und Maaseik.“

Reisezeit um mehr als die Hälfte kürzer

Die „Spartacus-Schnelltram“ halbiert die Reisezeit zwischen Hasselt und Maastricht um mehr als die Hälfte. Busse brauchen für die rund 35 km lange zwischen den beiden Provinzhauptstädten derzeit etwa 70 Minuten. Die Schnelltram wird ab 2021 nur noch rund eine halbe Stunde brauchen.

Zuerst müssen noch einige Grundstücke entlang der geplanten Trasse definitiv enteignet werden, doch der Verlauf der Strecke steht weitgehend fest.

Nur in Maastricht fällt eine Änderung an. Hier wird die Bahn nicht, wie eigentlich vorgesehen, die Maas überqueren und am Hauptbahnhof enden, sondern schon vorher in Zentrumsnähe am „Forum Mosae“. Bisher flossen bereits rund 20 Mio. € in die Planung dieser „Spartacus-Schnelltram“.