Zahlgerätelieferant Keyware verurteilt

Das Strafgericht von Brüssel hat das Unternehmen Keyware Smart Card Division wegen Schriftfälschung, Betrug und Verstöße gegen das belgische Wirtschaftsgesetzbuch zu einer Geldstrafe von 720.000 Euro verurteilt. Keyware hatte Geschäftsleuten überteuerte Terminals mit "Kleingeschriebenem" im Vertrag angedreht.

Keyware entsendete seine Vertreter - die sich irreführend als Mitarbeiter des Gerätefabrikanten Atos ausgaben - meistens zu den Freiberuflern und Geschäftsleuten, wenn viel Betrieb war.

Unter dem Vorwand, das Zahlungsgerät auszutauschen oder aufzurüsten, ließen die Keyware-Vertreter die Händler ein Dokument unterzeichnen. Bei dem Dokument handelte es sich weder um eine Quittung noch einen Beleg für die ausgeführte Arbeit, sondern,um einen neuen, fünfjährigen Vertrag.

Diese besonderen Vertragsbindungen waren auf der Rückseite in kleiner Schrift vermerkt.

Von den 16.000 Keyware-Kunden hatten 200 Anzeige gegen Keyware erstattet.

Das Handelsgericht von Brüssel gab der Kundenklage statt und verurteilte das Unternehmen zu einer Strafe von 720.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte 1.440.000 gefordert. Keyware muss den betrogenen Kunden des Weiteren Entschädigungen in Höhe von tausenden Euros zahlen.