Anzahl Langzeitkranke steigt immer weiter

Vom Burn-out bis Rückenschmerzen: Die Anzahl der Arbeitnehmer, die wegen Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz krankfeiert, ist in den letzten 5 Jahren zwischen 30 und 40 % stark gestiegen. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für die Kranken- und Invalidenversicherung hervor.

Als Langzeitkranke werden Erwerbstätige und Arbeitslose beschrieben, die seit mehr als 1 Jahr krankgeschrieben sind.  Im vergangenen Jahr waren 346.971 Personen als Langzeitkranke registriert: eine Steigung von 20 % im Vergleich zu 2011.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den Anstieg der zwei größten Krankheitsgruppen: psychische Probleme und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Zu wenig Ruhezeit

Psychische Probleme, insbesondere Burn-out und Depressionen, stellen 35 % aller Langzeiterkrankungen dar. Rücken- oder Muskelschmerzen 30 % der Langzeiterkrankungen.

Die klinische Psychologin Elke Van Hoof (Freie Universität Brüssel, VUB) weist verschiedene Ursachen an: Menschen gönnen sich nicht genug Ruhezeit. "Nach der Arbeit, wird das iPad oder Smartphone angemacht, was auf Kosten unseres Gehirns und unserer Produktivität geht.

Auch der Arbeitgeber trägt hier seine Verantwortung: "Menschen sind noch nicht auf die neuen Arbeitsweisen vorbereitet. Man weiß manchmal nicht, warum man etwas tut, was den Stress oder die emotionale Erschöpfung verstärkt."

Zunehmende Rückenschmerzen sei auf die älter werdende erwerbstätige Bevölkerung zurückzuführen, deren typische Beschwerden zum längeren Krankfeiern führen.