Sophie Dutordoir übernimmt Leitung der belgischen Bahn

Die Bundesregierung hat am Freitagnachmittag beschlossen, eine Frau an die Spitze der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS zu stellen. Die Flamin Sophie Dutordoir war bis vor einigen Jahren Topmanagerin von Electrabel. Danach eröffnete sie ein italienisches Delikatessengeschäft. Die 53-Jährige übernimmt jetzt wieder die Leitung eines Großunternehmens.
Thierry du Bois

Dutordoir führte anscheinend die Präferenzliste an, die für die Suche nach einem/einer Nachfolger/in für Jo Cornu aufgesetzt worden war. Sie hatte sich auch bereit erklärt, die Gehaltsobergrenze des Bahn-CEO - 290.000 Euro brutto auf Jahrbasis - anzunehmen.

Die neue Bahnchefin hatte sich 2014 aus der Managementetage zurückgezogen und, nach der Führungsposition bei Electrabel, in einen italienischen Delikatessenladen investiert. In einem früheren Leben war die diplomierte Philologin für romanische Sprachen Kabinettschefin des christdemokratischen Premierministers Wilfried Martens gewesen.

Wegen ihres christdemokratischen Stempels war Dutordoir nicht die bevorzugte Kandidatin der flämischen Nationalisten, die ihr politisches Gewicht an der Spitze der belgischen Bahn versilbern wollten. Aber mit der Wahl von Dutordoir bleibt das Gleichgewicht zwischen den beiden Sprachengemeinschaften im NMBS-Verwaltungsrat erhalten bleibt.