Di Rupos größte Angst war, dass N-VA Belgien destabilisieren würde

Der ehemalige Premier Elio Di Rupo war 2013 einer der wenigen, die über die Pläne von König Albert, seinem Sohn Philippe das Zepter zu übergeben, Bescheid wussten. Auf die Bitten von Di Rupo hin hielt Albert II. diese Nachricht noch fast drei Monate lang geheim. Di Rupo hatte Angst, dass die flämischen Regionalisten von der N-VA das Land destabilisieren könnten. Das erzählte Di Rupo dem Royalty-Programm des Priatfernsehens VTM.

Am 3. Juli 2013 richtete sich König Albert in einer Rede an die Bevölkerung. Er informierte sie darüber, dass er am 21. Juli abtreten würde. Sein Alter und seine Gesundheit ließen nicht länger zu, sein Amt auszuüben. Der damalige Premier Di Rupo war einer der wenigen, die in diese Nachricht eingeweiht waren.

Er wollte vermeiden, dass zwischen der Bekanntgabe dieser Nachricht und der Thronbesteigung von Philippe eine Kluft von mehereren Monaten liegen würde. Der Grund war die "republikanische Position der N-VA".

"Meine größte Angst war, dass die N-VA das Land destabilisieren könnte. Der König hatte bereits an ein Datum gedacht: Den 21. Juli. Ich wollte nicht mehrere Monate zwischen der Bekanntgabe des Datums und des eigentlichen Thronwechsels verstreichen lassen. Wenn man den politischen Zustand in unserem Land kennt und auch die Haltung der N-VA, verstehen Sie, warum." Das sagte Di Rupo dem VTM-Programm "Royalty".

Geheimer E-Mailverkehr

Außer Elio Di Rupo und die Entourage des Königs, waren nur zwei Spitzenmitarbeiter über den bevorstehenden Thronwechsel unterrichtet. "Gerüchte hatte es natürlich schon eine ganze Zeit lang gegeben, doch außer Di Rupo waren nur zwei Mitarbeiter im Bilde", so der Sprecher von Di Rupo gegenüber der VRT.

"Es herrschte strenge Geheimhaltung. Diese ging so weit, dass alle E-Mails über das Verfahren verschlüsselt wurden", so der Sprecher.