Kongolesen gehen in Brüssel auf die Straße

Rund 200 Kongolesen sind an diesem Samstag in Brüssel gegen den kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila auf die Straße gegangen. Dessen Mandat läuft am 19. Dezember ab, aber er weigert sich offenbar, abtreten zu wollen.

Er darf im Dezember nicht wieder antreten, darauf verweisen die Oppositionsvertreter im Kongo. Auch die Demonstranten der Kundgebung in Brüssel befürchten, dass Kabila mit allen Mitteln, selbst unter Gewaltanwendung, versuchen werde, an der Macht festzuhalten. Die Demonstranten sind von der Naamsepoort zur kongolesischen Botschaft gezogen.

"Es ist Zeit, dass Kabila abtritt", sagt Paola Dispy, eine junge Demonstrantin. "Er ist schon über 15 Jahre an der Macht und hat all die Zeit nichts für die Bevölkerung getan. Dem Land geht es noch immer schlecht. Es gibt keinen flächendeckenden Unterricht, kein Trinkwasser,  kein Gesundheitswesen. Kabila muss jetzt für jemand anderen den Stuhl räumen."

Ähnlich klingt das bei einer anderen, älteren, Demonstrantin: "Es gibt mehr als genug würdige Kandidaten, um den Posten von Kabila zu übernehmen. Wir wollen nicht, dass er noch länger an der Macht bleibt. Wir wissen aber, dass er am Montag sowieso nicht abtreten wird und wir befürchten, dass er sich mit allen möglichen Mitteln an der Macht festklammern wird."

"Kabila kann auf seine Präsidentengarde zählen und die hat schon einmal bewiesen, dass sie nicht davor zurückschreckt, auf die Bevölkerung zu schießen. Wir fürchten ein Blutbad."