Reisewarnung für den Kongo, VRT-Journalist des Landes verwiesen

Belgiens Vizepremier und Außenminister Didier Reynders rät von Reisen in den Kongo ab. Bei seiner Reisewarnung basiert er sich auf die jüngsten Entwicklungen in dem afrikanischen Land.

"Belgiern vor Ort, deren Anwesenheit nicht absolut notwendig sei, wird geraten, das Land zu verlassen", heißt es in einer Pressemitteilung des Außenministers. 

Landsleute, die im Land bleiben möchten, werden gebeten, äußerst vorsichtig zu sein, insbesondere wenn sie durch das Land reisten.

Über die Reisewarnung kann sich die Bevölkerung auch auf der Webseite des Außenministeriums informieren. Leider ist die Reisewarnung nur in den beiden Landessprachen (Niederländisch und Französisch) auf der Webseite veröffentlicht, nicht in der dritten Landessprache Deutsch.

Didier Reynders verurteilt in dem Pressebericht auch die Entscheidung der kongolesischen Regierung, zwei belgische Fernsehteams des Landes zu verweisen. "Die freie Meinung und Pressefreiheit sind für Belgien fundamentale Rechte und Werte, die nicht einfach eingeschränkt werden können", heißt es in dem Bericht. Der Minister werde das auch bei seinem Kontakt zur kongolesischen Regierung ansprechen.

Bei den Fernsehteams, die das Land verlassen mussten, handelt es sich um ein Team unseres Hauses VRT und ein weiteres des privaten Senders VTM. Der VRT-Afrika-Experte Peter Verlinden erklärte, dass er und sein Team am Freitag eigentlich in eine Falle gelockt worden seien. Der Informationsminister hatte ihn gebeten zum Kabinett zu kommen, um die Akkreditierungen abschließen zu können. Die braucht man, um als Journalist im Kongo arbeiten zu dürfen. Statt der Akkreditierung habe man ihn und sein Team zur Migrationsabteilung mitgenommen.

"Diese Abteilung ist bekannt dafür, den Menschen das Leben schwer zu machen", erklärt Verlinden weiter. Dort habe man ihn und das Team vom Morgen bis zum Abend festgehalten und später in ein Flugzeug in Richtung Belgien gesetzt. Als Argument habe das Amt angeführt, dass die Visa des Teams nicht in Ordnung seien. Doch das sei nur ein dubioser Vorwand gewesen, so Verlinden noch. Auf den Dokumenten würde nun stehen, dass sie unerwünschte Ausländer seien.