"Spitzenposten nicht mehr politisch besetzen"

Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten SP.A, John Crombez, will der politisch motivierten Vergabe von Posten und Pöstchen ein Ende bereiten. Nicht mehr die Politik, sondern eine unabhängige Kommission soll über Spitzenposten bei öffentlichen Betrieben entscheiden. Das sagte er in der VRT-Polittalkshow "De zevende dag".

Als Komödie bezeichnet Crombez die Monate andauernde Diskussion um die Anstellung von Sophie Dutordoir als CEO der belgischen Bahn NMBS. Dutortoir hat eindeutig ein CD&V-Parteibuch. Sie arbeitete einst für den ehemaligen CVP-Premier Wilfried Martens.

Crombez will, dass die parteipolitisch motivierten Besetzungen von Spitzenposten in den öffentlichen Betrieben aufhören. Seine Partei, die flämischen Sozialisten werden einen Gesetzesentwurf einreichen. Danach soll eine unabhängige Kommission über die Vergabe einer Spitzenposition entscheiden. Die Kommission soll dabei nicht das Parteibuch, sondern die Kenntnisse des Kandidaten und seine Verbundenheit mit dem Unternehmen beurteilen.

Das Thema ist allerdings äußerst heikel, denn die flämischen Sozialisten saßen selbst Jahre lang in der Regierung und waren bestimmten politischen Ernennungen nicht abgeneigt. Ein Beispiel ist sicherlich Jannie Haek, der bis vor einigen Jahren noch Spitzenmanager der NMBS Holding war.

"Die Vergangenheit, egal von welcher Partei, zählt nicht mehr", so Crombez. 

"Wir reichen einen Gesetzesentwurf ein, über den die anderen abstimmen können. Sie sind alle dafür, denn das steht in allen Parteiprogrammen."