Was machte De Wever bei Anti-Terrorsitzung der Polizei?

Am 23. März, dem Tag nach den Anschlägen in Brüssel und Zaventem, nahm der Vorsitzende der Regionalisten von der N-VA, Bart De Wever, an einer Krisensitzung mit Innenminister Jan Jambon und hohen Polizeibeamten teil. Die Sitzung fand im Kabinett des Innenministeriums statt. Das schreibt die französischsprachige Zeitung La Libre Belgique. Er wird hierfür scharf kritisiert. Was macht ein N-VA-Vorsitzender in einem Polizei-Spitzenmeeting?
Jasper Jacobs

Der Grünenpolitiker und Fraktionsführer der Grünen in der Kammer, Kristof Calvo, sagt, dass der N-VA-Vorsitzende De Wever damit zu weit gegangen sei.

"Es ist ganz normal, dass sich Jan Jambon und Bart De Wever beraten. Was jedoch nicht normal ist und was Zweifel hervorruft, ist, dass Bart De Wever auch an Beratungen mit der Polizei teilnimmt. Die vielen Funktionen von Bart De Wever beginnen langsam zu stinken. Er ist Bürgermeister, Parteivorsitzender, er will eigentlich auch selbst entscheiden, wann Personen festgenommen werden, ein bisschen Untersuchungsrichter spielen und jetzt mischt er sich noch in solch wichtige Polizeiberatungen ein", so Calvo.

Fragen hierzu werde sich De Wever am Montag in der Kammer gefallen lassen müssen.

Minister Jambon sagt am morgigen Montag im Ausschuss zu den Anschlägen im Parlament aus. Seinem Sprecher zufolge sei Bart De Wever im Kabinett gewesen, weil dort die wöchentliche N-VA-Versammlung stattgefunden habe. Bart De Wever sei bei der Krisensitzung gewesen, weil der Rücktritt von Minister Jambon im Raum gestanden habe.

Nach Auffassung des N-VA-Kammer-Fraktionsführers Peter De Roover sei das sowieso nur eine informelle Sitzung gewesen. Nach den Anschlägen hätten zahlreiche informelle Sitzungen stattgefunden. In dieser Situation sei es normal und gut gewesen, dass sich Menschen gesprochen hätten.

Bart De Wever selbst will keinen Kommentar hierzu abgeben.