Nach Berlin: Belgien behält die Terrorwarnstufe 3 bei

Belgien reagiert mit größtmöglicher Zurückhaltung auf den Anschlag von Berlin am Montagabend. Zwar werden örtlich die Sicherheitsmaßnahmen am Rande von Weihnachtsmärkten angepasst, doch das Bundesinnenministerium behält die aktuelle Terrorwarnstufe bei. Innenminister Jan Jambon (N-VA - Foto) sagte, es liegen keine Erkenntnisse vor, die eine Erhöhung der Warnstufe auf 4 erforderlich machen würden.

Auch nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin wird Innenminister Jambon die in Belgien geltende Terrorwarnstufe 3 (auf einer vierstufigen Scala) nicht anheben. Die Warnstufe 3 besagt, dass ein Anschlag in unserem Land möglich und wahrscheinlich ist, doch das keine Hinweise vorliegen, die spezifische Anschlagsziele erkennen lassen.

„Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Das ist schrecklich. So kurz vor Weihnachten will man so etwas nicht erleben. Ich kann mir gut vorstellen, was mein Kollege Thomas de Maizière (der deutsche Innenminister (A.d.R.)) gerade durchmacht. Weihnachtsmärkte und Deutschland, das ist eine Einheit. Dies trifft Deutschland ins Herz.“, sagte Innenminister Jambon am Dienstagmorgen im VRT-Frühstücksradio.

Weihnachtsmärkte und Schlittschuhbahnen gelten auch ohne den Anschlag von Berlin in Belgien als sogenannte „soft targets“, also als plausible Ziele für Attentaten so Jambon weiter: „Der Anschlag von Berlin ist besonders bedauernswert, doch er hat keinen Einfluss auf die Sicherheitsmaßnahmen, die wir bereits getroffen haben.“

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Austausch von Informationen

Der Innenminister schloss gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion nicht aus, dass man Deutschland von Belgien aus helfen könne: „Wir können vielleicht Erkenntnisse im Rahmen von Ermittlungen anbieten. Erst kürzlich gab es noch einen Austausch von Informationen zwischen unseren beiden Ländern, spezifisch bezüglich Weihnachtsmärkten und ‚best practices‘ zum Schutz davon. Wir stehen in ständigem Kontakt miteinander.“