"Zweitwohnsitze an Küste sind wichtig und müssen gehalten werden"

Seit 2006 seien die Einkünfte aus Steuern von Zweitwohnsitzen in den Küstengemeinden von 35,4 auf 66,3 Millionen Euro gestiegen. Das sei fast eine Verdopplung innerhalb von knapp 10 Jahren, heißt es in einem Pressebericht des Verbandes für Immobilienberufe (CIB Vlaanderen).

Die Gemeinden haben ihre Tarife schrittweise erhöht: So bezahlt ein Immobilienbesitzer für seinen Zweitwohnsitz in Ostende seit 2011 genau 1.000 Euro im Jahr (Tariferhöhung um 54%). Solche Tarife scheinen Eigentümer von Zweitwohnsitzen von der belgischen Küste zu vertreiben. Doch, heißt es in dem Pressebericht des Verbandes, trügen gerade sie jährlich mit 1,1 Milliarde Euro zur Küstenwirtschaft bei.

Rund 105.000 Zweitwohnsitze sind an der Küste registriert. Eine Studie vom Fremdenverkehrsbüro Westtoer hat vor kurzem ihre witschaftliche Bedeutung analysiert. Es läge im Interesse der Küstengemeinden, viele Besitzer von Zweitwohnungen anzuziehen, geht aus der Analyse hervor.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Jedes Jahr stiegen die Steuertarife für Zweitwohnsitze in den Küstengemeinden an.  Zwischen 2006 und 2015 brachten die Steuern auf Zweitwohnsitze rund 31 Millionen Euro zusätzlich ein. Das war fast eine Verdopplung innerhalb von 10 Jahren.

Die Einkünfte aus Gemeindesteuern auf Zweitwohnsitze machen rund 21% der Gesamteinkünfte der Küstengemeinden aus.  Allerdings herrschen zwischen den Küsten Unterschiede. In De Panne, Knokke-Heist und Koksijde ist der Prozentsatz etwas höher (bis 29% in Koksijde). Nieuwpoort liegt mit 36% an der Spitze.

Der Höchstwert, den Gemeinden für den Zweitwohnsitz von Personen einfordern dürfen, wurde 2011 von 650 Euro auf 1.000 Euro angehoben. Die Stadt Ostende hat unmittelbar nach der Erhöhung von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und ihren Tarif auf den neuen Maximalwert festgelegt (Tariferhöhung um 54%).

Die Mehrzahl der anderen Küstengemeinden folgten dem Beispiel von Ostende. Mit Ausnahme von Middelkerke überstiegen die Tarife heute in den Küstengemeinden die letzte Höchstgrenze von 650 Euro. Und Blankenberge, Bredene, Knokke, Heist, Koksijde und Nieuwpoort haben für 2017 offenbar weitere automatische Tariferhöhungen vorgesehen.