Viele Gaststätten arbeiten noch ohne "weiße Kasse"

Bei Kontrollen knapp ein Jahr nach der Einführung der sogenannten „weißen Kassen“ in der Gastronomie im Kampf gegen Schwarzarbeit wurden fast 2.100 Gaststätten entdeckt, die noch ohne dieses System arbeiten. Inzwischen verhängen die Behörden empfindliche Geldbußen nach festgestellten Verstößen.

Eine „weiße Kasse“ ist eigentlich eher eine Art elektronische „Black Box“, die alle Verrichtungen in einem Gastronomiebetrieb (Restaurant, Bistrot, Café, Kneipe…) registriert und aufzeichnet. Das am Jahresangang eingerichtete System soll gegen Betrug und Schwarzarbeit in der Gastronomie helfen. Bisher haben rund 17.000 Gaststätten in Belgien eine solche „weiße Kasse“ hinter ihrer Theke. Die Gastwirte hatten ein halbes Jahr Zeit, sich auf dieses System einzulassen, bzw. eine „weiße Kasse“ einzurichten.

Seit Juli allerdings kontrollieren die Behörden die hiesige Gastronomie und Verstöße gegen die neue Regelung werden mit hohen Bußgeldern geahndet. Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd wurden bereits Bußgelder in Höhe von 3,1 Mio. € verhängt. 2.067 Gaststätten verfügten noch gar nicht über eine „weiße Kasse“.

Laut Gesetz müssen alle Gaststätten mit „weißen Kassen“ arbeiten, die auf Jahresbasis mehr als 25.000 € Umsatz generieren. Das Bundesfinanzamt weiß aus seinen eigenen Erhebungen heraus, welche Gastronomie-Unternehmen unter diese Registrierregelung fallen und alle wurden oder werden noch kontrolliert. Ein entsprechendes Bußgeld beläuft sich auf mindestens 1.500 €, was je nach geschätzter unterschlagener Einnahme höher werden kann.