Salafisten und Extremisten bei der Truppe

Bei der belgischen Armee sind nach jüngsten Erhebungen rund 50 Soldaten, die extremistischen Gruppierungen zugeordnet werden können. Dabei handelt es sich nach Armeeangaben in erster Linie um Rechtsradikale, aber auch um islamistische Extremisten, die allerdings wenige sein sollen.

Der aktuelle Bericht des militärischen Kontrollorgans, der Allgemeine Nachrichten- und Sicherheitsdienst (ADIV) spricht von etwa 50 Extremisten in den Reihen der belgischen Armee. Zehn davon werden dem islamischen Salafismus zugeordnet. Darunter wiederum sollen vier Soldaten sein, die regelrecht radikalem Islamismus anhängen sollen.

Die meisten anderen extremistischen Soldaten sollen eher rechten Kreisen zugehören oder auch Teil von kriminellen Banden sein, wie z.B. gefährlichen Motorradclubs. Alle erfassten Extremisten bei der Truppe stehen unter Beobachtung, doch so lange sie sich nichts zu Schulden kommen lassen, sind der Armee die Hände gebunden. Nur aufgrund seiner persönlichen Auffassungen darf auch aus der Armee keiner entlassen werden, wie das Gesetz vorschreit.

Vermutet wird, dass sich Islamisten bei der belgischen Armee anwerben lassen, um dort den Umgang mit Waffen und Kampftechniken zu erlernen. Bei der Rekrutierung fallen solche Leute oft nicht auf, da sie über ein blanko Strafregister verfügen und bisher polizeilich noch nicht aufgefallen sind.

Ob unter ehemaligen Soldaten, die ebenfalls radikale Moslems waren, einige sind, die nach Syrien oder in den Irak gezogen sind, ist unklar. Unter den Terrorverdächtigen sind und waren allerdings einige wenige bekannte Ex-Soldaten.