"Nach Berlin Hass und Rache nicht zulassen“

Kardinal Jozef De Kesel (Foto), der Primas der katholischen Kirche in Belgien, hat während der Mitternachtsmesse zum Heiligen Abend am Samstagabend in der Sankt-Romboutskirche in Mechelen dazu aufgerufen, auch nach dem Anschlag von Berlin Hass und Rache keinen Platz in unseren Herzen einzuräumen.

Kardinal De Kesel reagierte in seiner Weihnachtspredigt auch auf die jüngsten tragischen Ereignisse, speziell auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin am vergangenen Montag. In diesem Zusammenhang rief der Kardinal dazu auf, „Hass und Rache nicht in unsere Herzen zu lassen.“ „Wir dürfen uns nicht einschließen und uns in uns selbst zurückziehen. Wir müssen uns dem wiedersetzen, was Papst Franziskus die ‚Globalisierung der Gleichgültigkeit‘ nennt.“

Dabei ging er auch auf die Flüchtlingsproblematik ein und hier zog er den Vergleich zur christlichen Weihnachtsgeschichte: „Es ist immer so gewesen: Ärmlichkeit und Armut interessieren niemanden. Der Arme und der Flüchtling gehören nicht hierher. Das Kind in der Krippe weist darauf hin. Wir können nicht anders, als dabei auch an das Los jener zu denken, die auch heute wieder auf der Flucht vor Gewalt und Armut sind.“

„Natürlich“, so Kardinal De Kesel weiter, „ist diese Problematik komplex, natürlich kann nicht alles unkontrolliert geschehen und natürlich muss in den Herkunftsländern an langfristigen Lösungen gearbeitet werden. Aber inzwischen sind sie auf der Flucht. Einige von ihnen sind bereits hier, manche sogar schon sehr lange. Sie müssen in ihrer Würde anerkannt werden und es sind nicht erst die Papiere, die ihnen diese Würde verleihen.“

Mit Nachdruck erinnerte Kardinal De Kesel die Gläubigen daran, dass Weihnachten ein Fest der Solidarität sein sollte und hier zitierte er noch einmal Papst Franziskus im Vatikan: „Der Wert einer Einrichtung wird daran gemessen, wie sehr sie sich Leben und Würde der Menschen annimmt, vor allem dann, wenn sie sich in verletzlicher Lage befinden.“