Innenminister besucht die Wache von Molenbeek

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA - Foto m.) statte am Samstag der Polizeiwache von Molenbeek einen Besuch ab. Damit wollte er sich symbolisch bei allen Polizeibeamten des Landes für ihren besonderen Einsatz während eines schweren Jahres bedanken. Minister Jambon brachte den Polizisten einige Christstollen mit.

Das Innenminister Jambon ausgerechnet die Polizeiwache der Zone Brüssel-West in Molenbeek besuchte, hatte mehr als nur symbolischen Wert. Diese Brüsseler Gemeinde steht seit den Anschlägen von Paris im November 2015 und erst recht seit den Attentaten von Brüssel am 22. März unter ständigem Vorurteile-Beschuss, denn von dort her stammen einige der Täter.

Dieser Stadtteil galt und gilt noch immer als Zentrum für die Radikalisierung von jungen Moslems und die Polizisten hier stehen unter ständigem und enormem Druck. Minister Jambon sagte zu seinem Besuch am Heiligen Abend gerade hier auf der Wache: „Ich möchte mich eigentlich bei allen Polizisten für ihren Einsatz in 2016 bedanken und speziell bei diesem Korps hier in Molenbeek, weil sie so schwer unter Druck gestanden haben.“

Jambon kündigte in einem Gespräch mit den Polizisten der Zone Brüssel-West an, dass man auch 2017 an den bestehenden Prioritäten arbeiten würde und dass sei die zu schwache Mannschaftsstärke. Die 400 Mio. €, die die belgische Bundesregierung auf den Sicherheitshaushalt draufgelegt haben, fließen denn auch zum größten Teil an die Polizei weiter: „Wir sind vollauf dabei, zu rekrutieren und wollen 2017 mindestens 1.600 neue Polizisten einstellen.“

Doch bis diese neuen Polizisten einsetzbar sind, vergehen noch rund anderthalb Jahre: „Daran kann man nichts mehr verkürzen, denn halbausgebildete Leute aufs Terrain schicken, macht die Sache noch schlimmer.“