Alkohol häufig Grund für Notaufnahme

Notärzte melden, dass bei jeder zwanzigsten Notaufnahme Alkohol mit im Spiel ist. Viele dieser Patienten sind alkoholabhängig. Während der Feiertage sind sogar 30 bis 40 % der Patienten stark alkoholisiert. Vor allem bei den 45- bis 65-Jährigen ist Alkohol ein Problem.

Vergangenes Jahr wurde wiederholt über den problematischen Alkoholkonsum bei Jugendlichen und das so genannte Komasaufen oder Rauschtrinken berichtet. Tatsache ist, das die meisten Besoffenen, die in den Notaufnahmen der Krankenhäuser aufgenommen werden zwischen 45 und 65 Jahren alt sind.

Diese Patienten landen auf der Notaufnahme, weil sie viel zur viel Alkohol getrunken haben. Oft leiden sie auch an den Folgen eines jahrelangen Alkoholmissbrauchs an Leber, Bauchspeicheldrüse und Nervensystem. „Diese Gruppe muss dringend motiviert werden, weniger zu trinken“, so Doktor Paul Calle.

Allerdings sind es nicht nur die mehr als 45-Jährigen, die betroffen sind. „Es darf gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel sein, dass jemand während eines Familienfestes ein Glas Wein nach dem anderen trinkt, ohne dass jemand die Frage stellt, wie diese Person wieder nach Hause kommt. Hier ist dringend eine Mentalitätsveränderung notwendig.“

Betrunkene Patienten sorgen für eine sehr hohe Belastung der Notaufnahmen. Im Schnitt belegen sie fünf Stunden lang ein Krankenhausbett und verursachen sie Kosten von etwa 541 Euro, von denen sie nur 16 Prozent selbst zahlen.

Weil während Sylvester und Neujahr wieder mit besonders vielen Alkoholisierten gerechnet wird, haben die Krankenhäuser von Gent, Leuven und Antwerpen zusätzliches Personal für die Notaufnahmen vorgesehen. In Sint-Niklaas wird sogar eine zusätzlicher Krankenwagen vorgesehen.