De Wever kritisiert belgisches Königshaus

Bart De Wever, der Parteivorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA, hat in der Sendung „Royalty“ des flämischen Privatfernsehens VTM, die Rolle von Alt-König Albert II während der Koalitionsverhandlungen von 2010 vehement kritisiert. Dieser habe alles in seiner Macht stehende getan, um eine Regierungsteilnahme seiner Partei zu verhindern.
Jasper Jacobs

In dem Interview bezeichnet De Wever König Albert II, den Vater und Vorgänger des amtierenden belgischen Königs Philippe, als Marionette von Elio Di Rupo, dem Parteivorsitzenden der wallonischen Sozialisten PS.

De Wever erklärte, in der Weihnachtsansprache von König Albert II im Jahr 2012, als seine Partei N-VA die Kommunalwahlen in Flandern gewann, habe dieser politisch Position bezogen, was absolut nicht den Gepflogenheiten entspreche.

König Albert II sagte damals: „Immer suchen sie Sündenböcke für die Krise: Entweder sind es Ausländer oder die Landsleute aus dem anderssprachigen Landesteil. Wir dürfen die Krise der 30-Jahre und die populistische Reaktion, die sie auslöste, nie vergessen“. Laut De Wever war hier „die Stimme von Elio Di Rupo aus dem Mund des Königs zu hören. Es geht doch nicht an, dass jemand, der rein zufällig auf einem bestimmten Stuhl sitzt, der Bevölkerung sagt, was sie zu denken hat.“

Einflussnahme auf Koalitionsverhandlungen

Während der langen Koalitionsverhandlungen des Jahres 2010 fand De Wever, König Albert II habe mit allen Mitteln zu verhindern versucht, dass seine Partei an der Regierung beteiligt werde.

„Der König kann, wenn keine Regierung im Amt ist, wirklich Macht ausüben. Er ist dann der Schiedsrichter zwischen den potentiellen Koalitionspartnern. Er kann dann die eine oder andere Partei bevorzugen. Es ist eine objektive Tatsache, und das wird auch von Analisten bestätigt, dass die Monarchie damals alles unternahm, um Di Rupo zu helfen und der N-VA bestimmt nicht.“

Mit dem Nachfolger von König Albert II, König Philippe, hat De Wever keine Probleme. Der beauftragte ihn 2014 mit der Bildung einer neuen Koalition. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich dabei benachteiligt wurde. Ich muss zugeben, dass König Philippe sein Amt sehr gut ausübt. Er hat bisher noch keinen Fehler gemacht.“