Brüsseler Südmarkt in Zukunft ohne Plastiktüten

Was im belgischen Bundesland Wallonien bereits in der regionalen Gesetzgebung verankert ist, nämlich das Verbot von Plastiktüren im Handel, setzt sich jetzt auch örtlich in Brüssel durch. Ab sofort sind Plastiktüten zum Beispiel auf dem Brüsseler Südmarkt verboten. Das ist immerhin der größte Frischmarkt Belgiens.

Der Südmarkt findet jeden Sonntagmorgen am Bahnhof Brüssel Süd/Midi statt und dieser Markt ist mir rund 400 Ständen der größte Frisch- und Wochenmarkt Belgiens. Dieser Markt ist in der Brüsseler Gemeinde Sint-Gillies/Saint-Gilles gelegen und die dortige Gemeindeverwaltung will jetzt nach und nach das Verbot für Plastiktüten durchsetzen.

Was bisher in einer Testphase auf zwei kleineren Wochenmärkten in Sint-Gillies durchgeführt wurde, gilt ab sofort also auch für den Südmarkt, der zum Jahreswechsel auch ohne Plastiktüren vonstattengehen soll. Markthändler, die sich nicht an dieses Verbot halten, dürfen für einen bestimmten Zeitraum ihren Stand dort nicht mehr aufbauen, sagt der Stadtverordnete für nachhaltige Entwicklung der Gemeinde Sint-Gillies, Willem Stevens, dazu:

„Das Reglement ist deutlich: Nach zwei Verwarnungen kann die Kommunalverwaltung beschließen, einen Händler eine Zeit lang vom Markt verbannen. Das entspricht in etwa der Gesetzgebung zu den Verwaltungsstrafen (kommunale Bußgelder bei Verstößen gegen die öffentliche Ordnung (A.d.R.)), z.B. wenn ein Café für Ruhestörungen sorgt. Aber wir werden sie dabei begleiten und es ist nicht unser Ziel, sofort superstreng zu sein. Sagen wir mal so: Zuerst eine Übergangsperiode und dann ab Februar oder März muss das Reglement eingehalten werden.“

Sint-Gillies hat vor einiger Zeit bereits eine entsprechende Infokampagne eingeleitet. Die Händler am Südmarkt werden also nicht von heute auf morgen überrascht. Um Waren, wie Oliven oder Fisch, einzupacken, dürfen aber weiter kleine Plastikbeutel verwendet werden, doch große Plastiktüren sollen durch Einkaufstaschen oder Stoffsäcke ersetzt werden. Natürlich müssen dabei auch die Verbraucher, sprich die Marktkunden mitspielen…