Die Terrorwarnstufe in Belgien bleibt auf Stufe 3

Auch zum Jahreswechsel mit vielen öffentlichen Feiern und Feuerwerken bleibt die Terrorwarnstufe in Belgien auf Stufe 3 einer vierstufigen Skala. Und doch bleiben die Sicherheitsdienste in unserem Land wachsam, heißt es dazu beim staatlichen Organ für Bedrohungsanalyse (OCAD). Man befürchtet hier, dass sogenannte „Einsame Wölfe“ zuschlagen könnten.

Die Polizei- und Sicherheitsdienste in Belgien ermitteln und beobachten derzeit in erster Linie Einzelpersonen, sprich Verdächtige, die im Alleingang als sogenannte „Einsame Wölfe“ Anschläge im Namen von radikal-islamistischen Terrorgruppen verüben könnten.

Solche Verdächtige könnten sogar völlig ohne Zugehörigkeit zu IS oder anderen Terrorgruppen agieren, nur weil sie durch deren radikal-islamisches Gedankengut inspiriert sind. Selbst, wenn IS militärisch geschlagen würde, weiche die Gefahr nicht, sagte OCAD-Leiter Paul Van Tigchelt (kl. Foto) dazu gegenüber der VRT:

„Gerade wird eine Debatte zu zivilen Infiltranten in IS-Kreise möglich. Jahrelang haben wir eine solche Debatte gescheut. Heute begreift jeder, dass man gute Informationen braucht und V-Leute könnten dabei helfen. Niemand innerhalb der Sicherheitsdienste plädiert dafür, demokratische Rechte und Freiheiten wegzuwerfen, doch im Rahmen der Grenzen unseres Rechtstaats müssen wir nach kreativen Möglichkeiten suchen, um schlauer als unser Gegner zu sein.“

Van Tigchelt macht sich die größten Sorgen zum Thema Sicherheit über mögliche Einzelkämpfer: „Ich will mit aller Deutlichkeit sagen, dass alle Gefahr gewichen ist, wenn wir IS auf militärischer Ebene morgen schlagen. Wir bleiben natürlich weiter bedroht durch solche ‚Einsamen Wölfe‘, auf die IS Einfluss hat.“ Die Gesellschaft gehe noch viel zu sehr von der Idee aus, dass IS in Raqqua, bzw. in Syrien sitzt, doch gewaltbereite radikale Islamisten können überall lauern, siehe Berlin.

Die Terrorwarnstufen in Belgien

Terrorwarnstufe 3 steht übrigens für „die Bedrohung ist sehr ernst und möglich“. Die Skala der Terrorbedrohung in unserem Land hat vier Punkte. Derzeit also ist die Lage nicht akut oder konkret. Die verschiedenen Bedrohungsstufen sind im Königlichen Erlass vom 28. November 2006 zur Ausführung des Gesetzes vom 10. Juli 2006 festgelegt:

"Stufe 1 oder GERING", wenn sich zeigt, dass die Person, die Gruppierung oder das Ereignis, das Gegenstand der Analyse ist, nicht bedroht ist,

"Stufe 2 oder MÄSSIG", wenn sich zeigt, dass die Bedrohung gegen die Person, die Gruppierung oder das Ereignis, das Gegenstand der Analyse ist, wenig wahrscheinlich ist,

"Stufe 3 oder ERNST", wenn sich zeigt, dass die Bedrohung gegen die Person, die Gruppierung oder das Ereignis, das Gegenstand der Analyse ist, möglich und wahrscheinlich ist,

"Stufe 4 oder SEHR ERNST", wenn sich zeigt, dass die Bedrohung gegen die Person, die Gruppierung oder das Ereignis, das Gegenstand der Analyse ist, ernst zu nehmen ist und nahe bevorsteht.