Flandern: Windenergie fast so stark wie die Kernkraft

Im zu Ende gehenden Jahr 2016 sind im belgischen Bundesland Flandern insgesamt 52 Windräder auf Land hinzugekommen. Zusammen sorgen alle langegebundenen Windräder in Flandern für eine Energieleistung von rund 920 Megawatt. Das entspricht in etwa der Leistung eines großen Kernkraftwerks.

Fast alle in diesem Jahr entstandenen Windturbinen wurden in Hafengebieten oder in Industriezonen errichtet, sagte Bart Bode vom Flämischen Windenergie-Verband (VWEA) dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Das bedeutet, dass die Unternehmen die Notwendigkeit einsehen, für ihre eigene Stromversorgung geradezustehen und dass dies sich rentieren und für einen gehörigen Bonus sorgen kann. Das bedeutet aber auch, dass Windräder mehr und mehr in der Nähe der Verbraucher, Klein- oder Großverbraucher, entstehen.“

Derzeit sind dutzende weitere Windräder in Flandern im Bau, doch die meisten werden erst im kommenden Jahr an das Stromnetz angeschlossen. In fast allen flämischen Provinzen gewinnt die Windenergie hinzu, außer in Westflandern. Hier hinkt man auf dieser Ebene etwas hinterher, was wiederum zwei Gründe hat:

In der Region zwischen Adinkerke und Jabbeke befinden sich Flugschneisen, sowohl für die zivile, als auch für die militärische Luftfahrt. Hier muss noch einiges an der Kombination Windenergie/Flugsicherheit angepasst werden. Und für Nordseehafen von Zeebrügge besteht noch kein wirklich ernst zu nehmender Plan für Windkraftanlagen, so die VWEA.

Die Betreiber von Windkraftanlagen erhalten in Flandern pro Jahr zusammengerechnet „Grüne Stromzertifikate“ in Höhe von 120 Mio. €. Zwei Drittel davon werden über die Verbraucher verrechnet.