Bahn und Regierung: Mehr Sicherheit in Bahnhöfen

Die belgische Bundesregierung will die Sicherheitsvorkehrungen in den Bahnhöfen erhöhen und stellt der Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB dafür 13,5 Mio. € zur Verfügung. Rund die Hälfte dieser Summe soll in die Rekrutierung von zusätzlichen Sicherheitsbeamten der bahneigenen Abteilung Securail fließen. Der Rest ist für technische Maßnahmen in den drei international wichtigsten Bahnhöfen des Landes vorgesehen.

Im jetzt zu Ende gehenden Jahr flossen bereits rund 8,5 Mio. € in die Sicherheitsinfrastruktur der Bahnhöfe. 2017 macht der belgische Staat weitere 13,5 Mio. € für diesen Zweck frei. Neben der Anwerbung von zusätzlichen Securail-Mitarbeitern werden damit flexible Sicherheitstüren mit Scannern angeschafft sowie Metalldetektoren und weitere Überwachungskameras.

Diese Anlagen sollen nach Meldungen der flämischen Tageszeitungen De Morgen und Het Laatste Nieuws bereits im ersten Halbjahr 2017 zur Verfügung stehen und zwar in den drei großen Bahnhöfen Brüssel Süd/Midi, Antwerpen Zentral und Lüttich-Guillemins (Foto oben). Hier werden die meisten internationalen Reisezüge abgefertigt.

Bei den Sicherheitstüren soll es sich um flexibel einsetzbare Anlagen handeln, die nicht permanent angebracht werden sollen, wie Bahnsprecher Bart Crols dazu sagt: „Es handelt sich hier um Tore, die nicht systematisch oder permanent aufgestellt werden. Durch nicht systematisch damit zu arbeiten, erreicht man einen größeren abschreckenden Effekt.“

Die Bahn will die Fahrgäste von internationalen Zügen nicht aufhalten, in dem überall Sicherheitsanlagen durchlaufen werden müssen, so Crols weiter, denn so schaffe man neue Sicherheitsrisiken: „Man sollte ein Gleichgewicht zwischen Sicherheitsmaßnahmen und den Bewegungen der Fahrgäste finden.

Nach Angaben der NMBS/SNCB wird auch gerade der Einsatz von Überwachungskameras mit Gesichtserkennung getestet, doch diese Test würden derzeit noch in den Kinderschuhen stecken. In den Großbahnhöfen, in denen die Sicherheitsanlagen nicht zum Einsatz kommen, z.B. in Brüssel Zentral oder Nord, in Löwen, Gent oder Namür, werden zusätzliche Securail-Teams zum Einsatz kommen.

Eurostar und Flughafenbahnhof

Bisher werden Sicherheitsschleusen nur im Flughafenbahnhof des Brüsseler Nationalflughafens in Zaventem genutzt. Ähnliche Sicherheitsanlagen, wie sie die Bahn bald flexibel nutzen will, werden aber auch im Bahnhof Brüssel Süd/Midi gebraucht und zwar bei den Eurostar-Zügen in Richtung London. Hier pochen die Briten, die ja bekanntlich nicht zur Schengen-Region gehören, auf Flughafen-ähnliche Anlagen.