Flandern führt strengere Regeln für Airbnb ein

Wer im belgischen Bundesland Flandern in Zukunft Zimmer, Wohnungen, Appartements oder Häuser via Online-Portalen wie Airbnb anbieten will, der muss sich ab April 2017 an eine ganze Reihe von Regeln halten. Nach Angaben des flämischen Wirtschaftsblattes De Tijd legte Flandern noch vor dem Jahreswechsel neue Sicherheitsnormen für kommerzielle Vermietungen fest, an die sich auch Airbnb-Anbieter halten müssen.

Privatleute, die in Flandern online (also nicht nur via Airbnb) Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, müssen ein Brandschutzzertifikat vorlegen. Offiziell angebotene Airbnb-Unterkünfte müssen mit Feuerlöschern, Rauchmeldern und mit einem Sicherheitsplan mit zwei Fluchtwegen im Brandfall ausgerüstet sein, der in vier Sprachen verfasst ist (Niederländisch, Französisch, Deutsch und Englisch).

Zudem müssen sich Airbnb-Betreiber in Flandern offiziell anmelden, ein Leumundszeugnis, eine Rechtschutz- und eine Feuerversicherung vorlegen können und sichere Strom- und Gasanschlüsse müssen ebenso in den Objekten vorhanden sein, wie auch eine sichere und funktionierende Heizung. Verstöße gegen diese neuverfassten Regeln werden mit Bußgeldern zwischen 250 € und 25.000 € geahndet.

Flanderns Tourismusminister Ben Weyts (N-VA) will aber nicht sofort Anbieter von Airbnb-Unterkünften unter Beschuss nehmen. Er bietet eine Übergangsperiode bis zum 1. April an. Sogenannte Coaches aus seinem Kabinett sollen die Anbieter kontrollieren und begleitend auftreten, also ihnen helfen, alle erforderlichen Formalitäten zu regeln.

Doch nicht alle Städte und Gemeinden stehen dem Airbnb-System wohlwollend gegenüber. Nach Meldungen der flämischen Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad will die Stadt Gent Airbnb-Anbietern für die Vermietung von Häusern oder Wohnungen nur dann eine Zulassung bieten, wenn diese nur an 60 Tagen im Jahr vollständig vermietet werden. Gent verpflichtet Airbnb-Belgien, dies selbst in zu kontrollieren.