Sitz im UN-Sicherheitsrat: Australien stützt Belgien

Australien will die Kandidatur Belgiens für einen Sitz als nicht ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2019 und 2020 unterstützen. Dies gab Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR - Foto rechts) am Rande seines Australienbesuchs bekannt. Reynders traf dort auch den aus Ostbelgien stammenden Finanzminister Mathias Cormann (Foto Mitte).

Zum Jahreswechsel besucht der belgische Außenminister Australien, Neuseeland und die Fidschiinseln. Sein Ziel bei dieser Reise ist die Suche nach Unterstützung für die belgische Bewerbung auf einen der nicht-ständigen Sitze im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für die Jahre 2019 und 2020. „Belgien sitzt in der gleichen Gruppe wie Deutschland und Israel. Eine Werbekampagne zu führen ist demnach sehr wichtig“, so Reynders in Australien.

Nach einem Treffen mit Australiens Premierminister Malcolm Turnbull und seiner australischen Amtskollegin, Außenministerin Julie Bishop (Foto oben links), sagte Reynders, dass er mit seinen Gastgebern absprechen konnte, dass diese unser Land in der UN-Sicherheitsratsfrage unterstützen werden: „Ein Abkommen zum Sicherheitsrat steht. Wir haben jetzt unsere Kandidatur und werden später die von Australien unterstützen.“ Australien will sich um einen solchen Sitz für 2019 bewerben.

Das in solchen Fragen sogleich ein diplomatischer Austausch ins Rollen kommt, ist hinlänglich bekannt und auch in diesem Fall ist es nicht anders. Australien hat auch einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat im Auge, wo Belgien gerade vertreten ist. Dieses Ansinnen wird Belgien ebenfalls unterstützen.

"Wir exportieren auch Finanzminister"

Neben den diplomatischen Deals bezüglich der verschiedenen Vertretungen innerhalb der Vereinten Nationen standen aber auch andere Themen auf der Tagesordnung Reynders‘, z.B. Gespräche, den Klimaschutz betreffend oder auch das Freihandelsabkommen zwischen Australien und der Europäischen Union.

Außenminister Reynders legte Nachdruck auf die Feststellung, dass solche Freihandelsabkommen in den Augen der belgischen Bundesregierung wichtig seien, nicht zuletzt, weil Belgien ein Exportland ist. „Belgien exportiert viel, nicht nur Schokolade, Bier oder Waffeln, sondern auch Finanzminister“, sagte Reynders augenzwinkernd gegenüber der Presse des Gastgeberlandes. Dies war wohl ein freundlicher Wink mit den Zaunpfahl, denn Australiens Finanzminister Mathias Cormann ist ein aus dem deutschsprachigen Ostbelgien ausgewanderter Landsmann von Reynders.

Cormann stammt aus der ostbelgischen Ortschaft Raeren zwischen der DG-Hauptstadt Eupen und Aachen. Er war 1996 nach Australien ausgewandert und übernahm das Finanzressort seiner Wahlheimat im Jahr 2013. Übrigens war Didier Reynders von 1999 bis 2011 Belgiens Finanzminister.