Rückgang der Arbeitslosigkeit auch in Brüssel

Auch in Brüssel geht die Arbeitslosigkeit weiter zurück, allerdings etwas langsamer als in Flandern. Die Region Brüssel registrierte 2016 knapp 97.000 Arbeitssuchende. Das sind rund 4.000 Arbeitslose weniger im Jahr, das heißt ein Rückgang um 4 Prozent gegenüber dem Jahr davor.

In Flandern betrug der Rückgang 6 Prozent. Das wurde am gestrigen Montag bekannt gegeben. Auch die Jugendarbeitslosigkeit in Brüssel geht weiter zurück.

Brüssel zählt derzeit rund 10.700 junge Arbeitssuchende. Das sind etwa 900 weniger als im letzten Jahr.

Gleichzeitigig Rückgang bei Konkursen

Gleichzeitig sind auch die Konkurse weniger geworden. 2016 sind in Belgien 10.066 Unternehmen in Konkurs gegangen. Das ist die niedrigste Zahl seit 2010 und geht aus einer Statistik des Wirtschaftsanalysten Graydon hervor.

Knapp ein Konkurs auf fünf fällt auf ein Hotel-, Kaffee- oder Gaststättengewerbe. Insbesondere Unternehmen in Westflandern waren davon betroffen. Die Konkurse dort werden als eine direkte Folge der Einführung so genannter "weißer Kassen" gesehen.

"Weiße Kassen" werden im Kampf gegen Schwarzarbeit eingesetzt. Sie sind eine Art elektronische "Black Box", die alle Verrichtungen in einem Gastronomiebetrieb (Restaurant, Bistrot, Café, Kneipe) aufzeichnen.

Warum die Auswirkungen der weißen Kassen an der Küste größer als in Brüssel sind - in der Hauptstadt waren die Auswirkungen gering-, liegt an der Art und Weise, wie die Belgier Restaurants besuchen, heißt es bei Graydon.

In Brüssel gehe man vor allem während der Woche zu einem Arbeitsessen ins Restaurant und verlange dann einen Mehrwertsteuer-Beleg. In Westflandern gehe man am Wochenende essen und bezahle bar und ohne Mehrwertsteuer-Beleg. "In Westflandern ist man viel anfälliger für das Problem der weißen Kassen", heißt es bei Graydon auch noch.