Der Fischhandel kämpft mit hohen Preisen

Die hiesigen Fischhändler stehen vor bisher kaum gekannten Problemen. Frischer Fisch hat sich binnen kürzester Zeit hier in Belgien zu einem Luxusartikel entwickelt. Für ein Kilo Kabeljau muss man hier derzeit gut und gerne mal 40 oder 50 € hinblättern. Was ist da los und wie kann dieses Problem schnell gelöst werden, fragen sich sowohl die Händler, als auch die Kunden.

Wer beim Fachhändler seines Vertrauens hier in Belgien derzeit frischen Fisch erwerben möchte, der steht nicht selten vor verschlossener Türe. Ist sein Stammgeschäft aber offen, staunt der Kunde über die Preisgestaltung.

So mancher mag wohl denken, angesichts von bis zu 40 oder 50 € für 1 kg Kabeljau, dass er eigentlich nur Fisch kaufen wollte und nicht gleich den ganzen Laden. Letzte Woche lagen diese Preise noch bei 25 bis 29 €. Doch die teilweise extrem hohen Preise haben ihren Grund. Oder vielmehr ihre Gründe…

Die belgischen Fischversteigerungen handeln in diesen Tagen immer weniger frischen Fisch, denn die hiesigen Fischer steuern seit einiger Zeit lieber niederländische Häfen an. Dies soll an den deutlich strengeren Regeln im belgischen Bundesland Flandern liegen oder auch an den für die Belgier strengeren Fangquoten in der Nordsee, die in den Niederlanden lockerer gehandhabt werden. Bisher fanden nur etwa 10 % der hiesigen Fischer niederländische Häfen interessanter, doch mittlerweile läuft etwa ein Viertel der gesamten belgischen Flotte einen Hafen im nördlichen Nachbarland an.

Diese Entwicklung bedeutet, dass Flandern, bzw. Belgien immer anhängiger von Fischimporten werden. Und da drückt der Schuh ein weiteres Mal. Ein Großteil des importierten Frischfisches kommt aus Skandinavien und hier liegen in diesen Tagen Probleme vor, mit denen unsere Breitengrade nicht unbedingt gerechnet haben. In Island streiken derzeit die Fischer und in Norwegen fahren die Fischer gerade wegen besonders schwieriger Wetterverhältnisse nicht aus.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass die skandinavischen Fischer ihre Probleme in den Griff bekommen, damit die Preise hier in Belgien (und vielleicht auch anderswo) wieder sinken können. Hält diese Aneinanderreihung von Problemen beim Fischfang länger an, könnte dies das Aus für so manchen Fischfachhändler bedeuten. Nur von derzeit eher preisgünstigen Fischsorten, wie Stein- oder Glattbutt und Petermännchen oder anderen Barscharten können sie auf Dauer auch nicht überleben.