Ex-Nationalbankchef Luc Coene verstorben

Luc Coene (Foto), der ehemalige Gouverneur der Belgischen Nationalbank (NBB), ist am Freitag im Alter von 69 Jahren gestorben. Coene war bereits seit einiger Zeit erkrankt. Der aus Gent stammende Volkswirt stand der Nationalbank von 2011 bis 2015 vor. Coene war auch eine Zeit lang Senator für die flämischen Liberalen Open VLD und Kabinettchef des früheren belgischen Premiers Guy Verhofstadt.

Luc Coene begann seine Laufbahn in den 1970er Jahren in der wissenschaftlichen Abteilung der Belgischen Nationalbank und wurde Mitte der 1980er Jahre Kabinettchef des damaligen belgischen Vize-Premier- und Haushaltsministers Guy Verhofstadt (Open VLD). Danach arbeitete er einige Jahre lang beim Internationalen Währungsfonds und er war wirtschaftlicher Berater bei der EU-Kommission.

Anfang der 1990er Jahre kehrte Luc Coene zurück zur Nationalbank, bis er für die flämischen Liberalen in den Senat, die Zweite Kammer im belgischen Bundesparlament nachrückte. 1999 berief ihn Guy Verhofstadt in die sogenannte „Regenbogenkoalition“ und machte ihn erneut zu seinem Kabinettchef. Das war die erste brau-tor-grüne belgische Bundesregierung, deren Premier Verhofstadt damals war.

Nach seiner Zeit als Wegbegleiter von Verhofstadt fand er erneut den Weg zur Nationalbank, wo er den Vizevorsitz übernahm. Während der Banken- und Finanzkrise, die 2008 begann, leitete Luc Coene die Arbeitsgruppe, die die damals schwer angeschlagenen belgischen Banken rettete. 2011 übernahm er dann den Vorsitz der NBB und wurde deren Gouverneur. Dieses Amt behielt er bis 2015. Seitdem beobachtete der flämische Volkswirt die Großbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.