Angehörige von Anschlagsopfern klagen gegen Twitter

Angehörige von Opfern der Anschläge auf Zaventem und in Paris sind in den Vereinigten Staaten gemeinsam gegen den Kurzmitteilungsdienst Twitter vor Gericht gezogen. Sie sind der Auffassung, dass das soziale Netz nicht genug gegen durch Terroristen verbreitete Haßbotschaften im Netz unternommen habe. Sie fordern einen Schadensersatz, dessen Höhe noch nicht beziffert ist.

Der Fall ist durch die Partnerin von Alexander Pinczowski und Angehörigen von Nohemi Gonzalez in New York anhängig gemacht worden. Alexander war am 22. März zusammen mit seiner Schwester bei den Anschlägen auf dem Flughafen von Zaventem getötet worden und Nohemi Gonzalez starb am 13. November bei den Anschlägen in Paris.

Twitter habe den Terroristen der Terrormiliz IS "ein einzigartiges und machtvolles Kommunikationsmittel" gegeben, das dabei half, ihre Ziele zu erreichen, hieß es. Die Angehörigen sind der Meinung, dass Twitter die amerikanische Anti-Terror-Gesetzgebung mit den Füßen getreten habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter und weitere soziale Netzwerke in der Kritik stehen, weil sie von Terroristen genutzt werden.

Nach den Anschlägen in einem Nachtclub in Orlando war auch schon Klage erhoben worden. Twitter verteidigte sich lange Zeit mit dem Argument der freien Meinungsäußerung im Internet, hat aber vor zwei Jahren, nachdem der politische Druck auf Twitter immer größer wurde, begonnen, härter gegen Haßprediger vorzugehen.

Im August meldete das Unternehmen, dass es seither schon 360.000 Accounts geschlossen habe, weil diese zur Terrorismus-Propaganda missbraucht worden seien.