Doppelt so viele kollektive Entlassungen wie 2015

Im vergangenen Jahr waren rund 12.000 Arbeitnehmer Opfer von Ankündigungen von kollektiven Entlassungen nach Umstrukturierungen in Belgien. Das sind mehr als doppelt so viele Betroffene als im Jahr 2015, wie aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums in Brüssel ersichtlich ist.

Von Januar bis Dezember 2016 haben belgienweit 118 Unternehmen oder sogenannte „technische Betriebseinheiten“ eine Intention zu kollektiver Entlassung angekündigt. 2015 lag diese Zahl bei 105 Unternehmen oder Unternehmensbereichen. Doch die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer lag im vergangenen Jahr mehr als doppelt so hoch, wie 2015, nämlich bei 12.043 Beschäftigten. Im Jahr davor waren „lediglich“ 5.209 Arbeitnehmer von dementsprechenden Umstrukturierungen betroffen.

Nach den Statistiken des belgischen Arbeitsministeriums fällt besonders auf, wie schnell solche Prozeduren während den beiden letzten Monaten des Jahres 2016 aufeinanderfolgten. Die nach einer Ankündigung von Umstrukturierungen erforderlichen Informations- und Konsultationsverfahren waren nach Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitnehmern auch auffallend rasch zu Ende.

Offenbar wollten nicht wenige Unternehmen noch schnell von der bis zum Jahresende geltenden Vorruhestands- und Frührentenregelungen profitieren, die Anfang 2017 deutlich strengeren Kriterien folgen müssen. Ein Vorruhestand ab einem Alter von „nur“ 55 Jahren ist seit dem 1.1.2017 zum Beispiel in Belgien nicht mehr möglich.