Gehälter in Privatwirtschaft dürfen max. um 1,1% steigen

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich am Mittwochabend auf ein neues Rahmentarifabkommen geeinigt. Das Abkommen ist wichtig, denn es zeigt, wieviel Spielraum bei Gehaltserhöhungen in Belgien möglich ist. Demnach dürfen die Gehälter in der Privatwirtschaft in den nächsten beiden Jahren um 1,1 Prozent über den Index steigen, mit dem die Gehälter an die Lebenshaltungskosten angepasst werden. Insgesamt können die Gehälter dadurch bis zu 4 Prozent steigen.

Es sei keine leichte Verhandlung gewesen, aber man habe 1,1 Prozent zusätzlich an Kaufkraft erreichen können, reagierte Rudy De Leeuw von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV am späten Mittwochabend. Das Abkommen der so genannten Zehnergruppe sei gut für die Arbeitnehmer und die Wirtschaft des Landes. Ferner werde das Indexsystem in den kommenden beiden Jahren bewahrt, erklärte der Gewerkschaftsvertreter weiter.

Doch es geht hier nicht nur um die Gehälter. "Das Renteneintrittsalter wird etwas erhöht, doch wir drängen darauf, dass Arbeitnehmer, die eine lange Laufbahn und einen schweren Beruf haben auf jeden Fall in den Vorruhestand gehen dürfen." Auch am Sozialschutz im Falle von Umstrukturierungen in Unternehmen wird festgehalten. "Wir streben eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters an, aber natürlich haben die Menschen in den kommenden Jahren noch die Möglichkeit, in den Vorruhestand zu gehen."

Daneben ist man sich über eine Erhöhung der Renten und Sozialleistungen einig geworden. Und beide Parteien haben vereinbart, etwas gegen die stark steigende Zahl von Burn-outs zu unternehmen. Sie werden gemeinsam einen Ausschuss einrichten, dem sie abwechselnd vorsitzen.

Die Gewerkschaften müssen den Entwurf noch ihren Mitgliedern zur Abstimmung vorlegen. Doch das wird kein Problem sein.

Auch Peter Timmermans vom belgischen Unternehmerverband reagierte zufrieden. Diese Marge führt dazu, dass unsere Gehälter ein Prozent weniger schnell als in den Nachbarländern steigen", sagte er. "Das ist gut für unsere Wettbewerbsfähigkeit und führt zu neuen Jobs, die wiederum zu zusätzlichen Einkommen verhelfen."

Gewerkschaften und Arbeitgeber gehen davon aus, dass die belgische Zentralregierung die Vorschläge absegnet.