Übersubventionierte Windturbinenparks in Belgien

Belgien zahlt für die beiden neuen Windturbinenparks in der Noordsee, die schon bald in Betrieb genommen werden, im Vergleich zu den Windturbinenparks in den Niederlanden mindestens 2 Milliarden Euro zu viel an Subventionen. Das hat die VRT-Redaktion auf der Grundlage eines vertraulichen Berichts der Bundesaufsichtsbehörde für den Energiemarkt CREG errechnet. Die CREG verglich die Finanzierung der niederländischen Windturbinenparks mit der Finanzierung der belgischen. Und daraus kann auch gefolgert werden, dass unsere Stomrechnung wieder um einiges teurer wird.

An der belgischen Küste wird schon bald kräftig gebaut. Neben die vier bereits bestehenden Windturbinenparks sollen zwei weitere hinzukommen. Ganz in der Nähe baut auch die Niederlande zwei Turbinenparks. Trotzdem werden die Belgier mehr für ihre Parks bezahlen als die Niederländer.

Nach der Auffassung der belgischen Zentralregierung habe man keine andere Lösung für Belgien gefunden. "Die Genehmigungen für die Parks, die vor zehn Jahren erteilt wurden, haben zur Übersubventionierung von heute geführt. Damals wurde auch der Subventionsrahmen festgelegt. Die alten Regeln haben keine Veränderung des Systems zugelassen. Für die kommenden drei Parks werden wir die Regeln jedoch ändern", betonte der Staatssekretär für die Nordsee, Philippe De Backer, in der VRT. "Wir haben zwei Jahre lang mit den vorigen Parks verhandelt und einen festen Preis vereinbart. Doch für künftige Parks ist klar, dass wir mit dem Subevntionswahnsinn aufhören müssen."

Für künftige, noch zu bauende Windturbinenparks werde es also keine Übersubventionierung mehr geben, versicherte De Backer. Dann werde man den gleichen niedrigen Preis wie in den Nachbarländern bezahlen können.

Bleibt die Frage, ob Belgien den so genannten Subventionswahnsinn nicht früher hätte stoppen können. Die Niederlande hatte immerhin zum gleichen Zeitpunkt wie Belgien über Subventionen verhandelt. Das belgische Abkommen war Anfang Juni letzten Jahres fertig. Und nur knapp einen Monat später hatten die Niederländer einen Deal, der rund 2 Milliarden Euro billiger war, geschlossen.

"Die Konzessionen wurden schon vor zehn Jahren gemacht. Damals wurde bereits der Rahmen für die Subventionen festgelegt", wiederholte De Backer. Es sei dieser Rahmen, den wir heute noch mit uns herumschleppten und den wir beenden müssten.

Doch die Kosten werden wir auf jeden Fall noch auf unserer Stromrechnung spüren. Eine Durchschnittsfamilie bezahlt derzeit rund 15 Euro im Jahr zusätzlich für die Offshore-Windenergie. Bis 2020 werden das 37,40 Euro sein und das 11 Jahre lang. Am Ende, 2038, werden alle belgischen Familien 725 Euro Subventionen für die Windturbinenparks im Meer bezahlt haben.