Sturmschäden Küste: “Es wird noch schlimmer”

„Wer nicht an der Küste sein muss und hier nicht wohnt, sollte lieber nicht kommen“, warnt der Provinzgouverneur von Westflandern. Während der vergangenen Stunden richtete der Sturm schon sehr viel Schaden an aber das schlimmste muss noch kommen. Am Nachmittag wird mit einer Springflut gerechnet. Auch in Gent und Antwerpen wird Hochwasser erwartet.

Die angekündigte Sturmflut soll aber weniger dramatisch ausfallen, als erst angekündigt worden war. Trotzdem gilt weiterhin gefährlicher Springflutalarm und das bedeutet deutlich erhöhte Wasserstände nicht nur an der belgischen Küste, sondern auch an der Scheldemündung. Das Meer soll sich meterhoch auftürmen.

Ursprünglich sollte die Küstenstraße zwischen Ostende und Bredene am Freitagnachmittag ganz gesperrt werden, aber diese Vorsichtsmaßnahme scheint inzwischen nicht mehr notwendig zu sein. Wohl soll die Küstentram zeitweise ihren Betrieb einstellen.

Erwartet wird die Springflut gegen 14.00 Uhr. Die Küstenpromenade wurde abschlossen und wird am Nachmittag für den Publikumsverkehr gesperrt. Die Feuerwehr verteilte Sandsäcke und baut provisorische Wasserschutzwälle.

Foto Kurt

Die Hafenlotsen, die die Schiffe in die Häfen von Antwerpen, Zeebrügge und Gent begleiten müssen, haben ihre Arbeit wegen der hohen Gefährdung eingestellt. „Wir können nicht mehr garantieren, dass die Lotsen sicher an Bord gelangen können“, so Réjane Gyssens von der belgischen Küstenwache. Viele Frachter gingen deshalb auf hoher See vor Anker.

Westflanderns Provinzgouverneur Carl Decaluwé seinen gestrigen Aufruf. „Schaulustige sind unerwünscht“, stellte er klar. „Wer hier nicht sein muss oder hier wohnt, muss nicht kommen.“

Antwerpen und Gent

In Antwerpen wurden die Kaimauern entlang der Schelde geschlossen. Etwa 60 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, weil sich ihre Eigentümer nicht meldeten. Der höchste Wasserstand wird hier zwischen 16.00 und 17.00 Uhr erwartet. Die Hilfs- und Sicherheitskräfte bleiben entlang der Schelde und ihren Seitenflüssen, wie die Rupel, in Alarmbereitschaft.

Große Frachter können wegen der Sturmwarnung auch nicht in den Hafen von Gent einfahren. „Der Schleusenkomplex wird zwischen 14.00 und 17.30 Uhr geschlossen“, kündigte Johan Bresseleets vom Genter Hafen an. Der Hafen versucht zur Zeit noch, möglichst viele Schiffe in Sicherheit zu bringen.

Sturmschäden an der Küste

Vergangene Nacht verursachten heftige Sturmböen an der Küste große Schäden. In Blankenberge stürzte ein zehnstöckiges Baugerüst auf die Strandpromenade. Auch die Fassade eines Restaurants brach zusammen. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Im Yachthafen von Blankenberge wurde ein überdurchschnittlich hoher Wasserstand registriert.