Kältewelle: Stromversorgung nicht in Gefahr

Der belgische Stromnetzbetreiber Elia denkt aber ernsthaft darüber nach, wegen der für kommende Woche angekündigten dauerhaften Minustemperaturen, seine strategischen Reserven anzuzapfen. Es wäre das erste Mal, dass diese aktiviert würden.
HOUIN / BSIP

Hintergrund ist die angekündigte Kältewelle und der damit einhergehende höhere Energiebedarf der Haushalte und dies nicht nur in Belgien, sondern auch in Frankreich. Belgien importiert sehr viel Elektrizität aus Frankreich, aber auch dort wird nächste Woche mit einer Kältewelle gerechnet. Weil viele Franzosen mit Strom heizen, könnte es dort mit der Stromversorgung eng werden, mit negativen Folgen für Belgien. Dann kann Belgien weniger Strom aus dem Nachbarland importieren.

Um die Stromversorgung zu sichern, könnte Elia nächste seine Reserve von 750 Megawatt in den Gaszentralen von Vilvoorde und Seraing aktivieren. Sollte dies nicht ausreichen, würde Elia Strom im Ausland einkaufen. Konkret bedeutet, das noch nicht daran gedacht wird, in Teilen des Landes den Strom abzuschalten.

Seit Freitagabend ist auch Atomreaktor Doel 4 wieder am Netz. Das bestätigte Betreiber Engie Electrabel. Nach einem Unfall im nicht-nuklearen Teil der Anlage am Dienstag hatte sich diese selbst abgeschaltet. Bei dem Unglück war ein Arbeiter schwer verletzt worden.