Neuer medizinischer Notfallplan

Das Gesundheitsministerium hat einen neuen Notfallplan für den Fall einer Katastrophe aufgestellt.

Nach den Terroranschlägen in Paris vom 13. November 2015 kamen das Gesundheitsministerium und die Notdienste zu dem Schluss, dass Belgien keinen Notfallplan habe, um die Folgen eines solchen Terroranschlags abzufangen. Der bis dahin geltende medizinische Notfallplan ging davon aus, maximal zehn Schwerverletzte schnellstmöglich in Krankenhäuser transportieren zu müssen. Im alten Plan fanden zudem Anschläge keine Berücksichtigung, ebenso wenig rechnete man mit Anschlägen an mehreren Orten gleichzeitig. 

Am 1. März hatte deshalb das Gesundheitsministerium begonnen, einen neuen Plan zu erstellen. Und das Ministerium hatte gehofft, dass es bei einer theoretischen Übung bleiben würde, sagt Marcel Van der Auwera: "Wochen später wurde der Plan dann, der nie zum Einsatz hatte kommen sollen und nur geschrieben wurde, um in einer Schublade zu verschwinden, tatsächlich auf die praktische Probe gestellt und in die Praxis umgesetzt."

Denn: Drei Wochen später folgten die Terroranschläge in Belgien.

Nach den Anschlägen wurde der Plan überarbeitet. So wurde die psychologische Versorgung verbessert. Der medizinische Notfallplan und der Psychosozialplan waren zu unterschiedlich, betont Marcel Van der Auwera.

"Heute haben wir die beiden besser miteinander abgestimmt, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für unsere eigenen Leute. Damit meine ich nicht nur den Arzt und den Feuerwehrmann, sondern auch das Putzteam in einem Krankenhaus. Sie haben am 22. März Dinge gesehen, die sie nicht sehen brauchen. Auch diese Menschen müssen versorgt werden. All das ist im neuen Plan mit aufgenommen."

Ferner sind diverse andere Punkte, zum Beispiel die Personalplanung, angepasst worden. Viele Mitarbeiter des medizinischen Personals hatten am 22. und 23. März sehr lange Arbeitstage. Es fehlte an ausreichenden Ablösungen. Auch das hat sich mit dem neuen Plan geändert.