Antwerpens älteste Markthalle wird modern

Nicht weit vom Antwerpener Zentralbahnhof entfernt befindet sich zwischen zwei Seitenstraßen das Criée, die älteste Markthalle der Scheldemetropole. Sie hat einiges überlebt: Kriege, drohende Konkurse und auch einen Großbrand. Jetzt erstrahlt sie wieder in altem Glanz und bietet einem Warenhaus und Frischhändlern ein traditionsreiches Betätigungsfeld. Und der Betreiber der Criée hat noch einiges vor für die Zukunft.

Die alte Markthalle Criée im Antwerpener Bahnhofsviertel ist ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und war ursprünglich ein Festsaal und hieß „Eldorado“. Im Jahr 1903 wurde daraus eine Markthalle. Daher kommt auch der Name „Criée“. Dieser Begriff wird vom französischen Wort „crier“ abgeleitet und steht für „schreien“ also quasi für Marktschreier bzw. für einen historischen Ausdruck, der das Feilbieten von frisch gefangenem Fisch bezeichnet.

Doch diese Halle, die eigentlich „Antwerpener Überdachter Markt“ hieß und heißt, machte im Laufe der Jahrzehnte einiges durch, hatte jedoch ausreichend Stehvermögen. Sie überlebte zwei Weltkriege fast ohne Zerstörungen und auch ein Großbrand 1983 brachte nicht ihr Aus. Die Markthalle hatte viele Besitzer oder Anteilseigner, worunter auch einige Händler - u.a. hier ansässige Schlachter und Metzger. Im Laufe der Jahre festigte sich dort auch ein Betreiber eines Spar-Warenhauses, doch die traditionellen Händler und Selbständigen blieben vor Ort.

1990 übernahm der Obst- und Gemüsehändler Achiel De Witte den Spar als Franchisenehmer und mittlerweile hält er 97 % der Anteile an der Markthalle, wie das Stadtmagazin Citta, die Wochenendbeilage der Tageszeitung Gazet Van Antwerpen dazu erzählt. Er will in naher Zukunft der Markthalle neuen Elan verleihen, in dem er den hier tätigen Händlern, von denen gleich zwei gemeinsam den Markt leiten, ein geschäftsträchtiges Umfeld bietet und durch das Eingehen auf Trends neue Kunden anziehen möchte. Der Spar-Markt wird über kurz oder lang wohl verschwinden.

Moderne Zukunft

So sollen hier Restaurants, Cafébars, eine Tapas-Bar und weitere Frischhändler und Einzelhändler aus dem Lebensmittelbereich einziehen können. Es soll ein „Lebensmitteltempel“ daraus werden, sagte De Witte dazu gegenüber Citta, quasi eine moderne und zeitgenössische „Foodhall“. Schon jetzt ist das Criée ein interessanter Markt für besondere Frischeartikel aber auch für Lebensmittel des täglichen Bedarfs.

Ein Blick hinein lohnt sich allemal. Die Halle steht seit den 1970er Jahren unter Denkmalschutz und ist in die Liste des architektonischen Kulturerbes des belgischen Bundeslandes Flandern aufgenommen worden. In kulinarischen Kreisen ist das Criée als Quelle für frische Zutaten schon längst wieder ein fester Begriff und dies weit über Antwerpen hinaus.