Michel rät nach Trump zur Professionalität

Die belgische Bundesregierung hält sich mit ihren Erwartungen nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump noch zurück. Premierminister Charles Michel (MR - Foto) hofft allerdings, dass die bisher guten transatlantischen Beziehungen bestehen bleiben. Trotzdem, so Michel, müsse sich die Europäische Union international jetzt selbst stärker aufstellen.

Premier Michel sagte nach der Amtsübernahme von Donald Trump in Washington, dass er das Signal, dass die amerikanischen Wähler mit der Wahl des umstrittenen Obama-Nachfolgers gegeben haben, ernst nehme. In Brüsseler Regierungskreisen heißt es erst einmal Zurückhaltung üben, auch wenn die Amtsübernahme durch Trump in den USA ein gewisses Unbehagen spüren lasse. Charles Michel setzt auf gute Beziehungen zwischen Washington und Brüssel.

Michel drängt aber auch zur Professionalität und zwar sowohl in den USA, als auch in Belgien und in Europa. Vorerst, so der frankophone Liberale, müsse man den außenpolitischen Kurs der Trump-Regierung abwarten, doch schon jetzt sei klar, dass sich die EU verstärkt selbst um seine Sicherheit und um seine Verteidigung kümmern müsse.

Die Frage ist zum Beispiel, wie sich Trump in Sachen Brexit, Libyen, Syrien und Russland verhalten wird. Antworten werden mit Spannung erwartet, zumal der neue US-Präsident im Rahmen von NATO-Gipfeln wohl bald mehrmals nach Brüssel kommen wird.

Eine Lehre hat der belgische Regierungschef offenbar aus der Wahl Trumps gezogen: Eine Gesellschaft brauche Perspektiven und eine gesunde Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. „Wir brauchen mehr denn je ein deutliches europäisches Projekt mit zwei deutlichen Standpunkten: Das sind einerseits Wirtschaftswachstum und Jobs und andererseits die Sicherheit“, so Michel. In Sachen Wirtschaft sieht sich die aktuelle belgische Mitte-Rechts-Regierung in ihrer Politik aber bestätigt und will ihren Kurs, Trump hin, USA her, in dieser Richtung fortsetzen.