In der Nordsee wird zu viel Stickstoff gemessen

Nach wie vor ist das Wasser der Nordsee auch vor der belgischen Küste zu stark mit Stickstoff belastet. Dies bedroht die Küsten mit Algen, die für die Menschen und für die maritime Fauna giftig sein können. Die aktuellen gemessenen Stickstoffwerte liegen fast doppelt so hoch, die der von der EU zugelassene Richtwert.

Das Wasser in der Nordsee ist stark stickstoffbelastet, wie aus Zahlen des für die Belange der Nordsee zuständigen Staatssekretärs der belgischen Bundesregierung, Philippe De Backer (Open VLD), hervorgeht. Für den flämischen Parlamentsabgeordneten Bedtrt Wollants (N-VA) ist dies keine gute Nachricht, wie er gegenüber der flämischen Sonntagszeitung De Zondag erklärte:

„Diese hohen Stickstoffkonzentrationen stimulieren das Wachstum von Algen, die für Mensch und Meerestiere in manchen Fällen sogar giftig sein können. Daneben liegen auch Hinweise darauf vor, dass die Nordsee durch das schlechte Verhältnis zwischen Stickstoff und Phosphat an Produktivität einbüßt.“

Insgesamt mag die Verschmutzung der Nordsee seit Anfang der 1990er Jahre rückläufig sein, so De Zondag, doch Sorgen bereitet weiterhin der Stickstoff, der aktuell 29,8 mol pro Liter Nordseewasser aufweist. Dieser Wert liegt fast doppelt so hoch, wie der von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert von 15 mol pro Liter Nordseewasser (Die Einheit mol findet häufig Verwendung in zusammengesetzten Einheiten zur Angabe von Konzentrationen von z.B. Lösungen oder Säuregehalt).

„Wenn das in dem jetzigen Tempo so weiter geht, dauert es wohl noch über 100 Jahre, um diese Zielsetzung zu erreichen“, so Wollants, der zusätzliche Anstrengungen vor allem auf Ebene der Abwasserklärung fordert.