Streetart? Enthauptung auf Brüsseler Hauswand

An einer Hauswand am Vlaamsepoort im Brüsseler Stadtzentrum ist ein mulmig machendes Streetart-Kunstwerk aufgetaucht, dass eine Enthauptung andeutet. Umstrittene Streetart ist in Brüssel nicht unbedingt selten und es gab bereits in der jüngeren Vergangenheit Werke mit sexuellem Inhalt, die aber eher belächelt wurden und erhalten blieben. Doch jetzt ist für viele Brüsseler das Maß voll. Aber, es zeigen sich auch Fürsprecher für den erhalt dieses Werkes.
Nicolas Maeterlinck

Das Bild auf einer Wand am Vlaamsepoort in Brüssel deutet zwei Hände an, die einen Kopf abschneiden wollen. Die regionale Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ gewann den Eindruck, dass dieses Bild an das Gemälde „Die Opferung Isaaks“ des italienischen Meisters Caravaggio aus dem Jahr 1603 erinnert (siehe Abbildung unten). Ist dies ein Zufall? Oder so gewollt?

Die Behörden in Brüssel wollen, dass dieses Streetart-Werk im Gegensatz zu den vorherigen Wandmalereien, die sogar Geschlechtsteile zeigen, verschwinden muss und zwar so schnell wie möglich. Die Brüsseler Lokalpolitikerin Ans Persoons (SP.A) hält das Bild für gewalttätig und befürchtet, dass es zur Gewalt aufruft. Brüssels Bürgermeister Yvan Mayeur (PS) will ebenfalls, dass diese brutale Enthauptungsszene entfernt wird.

"Verboten zu verbieten!"

Flanderns Landeskulturminister, der Brüsseler Liberale Sven Gatz (Open VLD), hingegen brach jetzt eine Lanze für das umstrittene Fresko: „Kunst ist frei. Verboten zu verbieten!“. Gatz stellte ganz einfach die Frage, ob man denn auch das Gemälde von Caravaggio verbieten müsse.

In vielen Kommentaren auf der Webseite von BRUZZ ist ähnliches zu lesen. Dort ist man mehrheitlich der Ansicht, dass die Brüsseler Lokalpolitiker keine Ahnung von Kunst hätten und dass das Caravaggio-Werk letztendlich eine Begebenheit aus der Bibel zeige. Abzuwarten bleibt auch, dass der Besitzer des Hauses, auf dem die Enthauptung entstanden ist, dazu sagt.