Anschläge waren offenbar gegen Juden und Amerikaner gerichtet

Die Dschihadistenanschläge vom 22. März am Flughafen in Brüssel sollen vor allem gegen amerikanische Passagiere und zweifelsohne auch gegen jüdische Bürger gerichtet gewesen sein. Das hat die französische Presseagentur AFP in Erfahrung gebracht. (Archivfoto)

AFP hat die Information offenbar aus gut informierten Ermittlungsquellen in Belgien. Die Bundesstaatsanwaltschaft wollte nicht darauf reagieren, schreibt die belgische Nachrichtenagentur Belga.

Am 22. März um 8 Uhr zündeten Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui in der Abflughalle ihren Sprengstoff. Bei dem Anschlag wurden sechzehn Menschen getötet. Die Zahl der Toten verdoppelte sich, als sich eine Stunde später Khalid El Bakraoui, ein Bruder von Ibrahim, in der U-Bahnstation Maalbeek, unweit der europäischen Institutionen, in die Luft sprengte. Mindestens sechzehn Nationalitäten wurden unter den insgesamt 32 Todesopfern der Anschläge in Brüssel gezählt. Und unter den etwa 400 Verletzten waren auch rund 40 Ausländer.

Die Terrormiliz IS reklamierte den Anschlag für sich. Auf dem Flughafen sollen es die Attentäter "vor allem auf Amerikaner abgesehen haben" und dem Vernehmen nach auch auf Juden, hat ein Ermittler, der anonym bleiben möchte, gegenüber AFP gesagt.

Der Fahnder erklärt, er stütze sich bei seinen Behauptungen unter anderem auf Bilder der Überwachungskameras in der Abflughalle des Flughafens. Die Bilder zeigten, dass sich einer der beiden Selbstmordattentäter beeile, "um schnell in die Nähe zweier orthodoxer Juden in traditioneller Kleidertracht" zu gelangen.

Eine andere Quelle innerhalb der amerikanischen Regierung bestätigt die präzise Auswahl des Anschlagsziels vor Abfertigungsschaltern für Amerikaner, Russen und israelische Bürger oder vor Warteschlangen mit Passagieren, die auf Flüge in diese Länder warteten.