Digimeter: Jeder achte Flame ist Handy-süchtig

Digimeter, ein Jahresbericht zum digitalen Verhalten der Einwohner des belgischen Bundeslandes Flandern, stellt fest, dass immer mehr Flamen abhängig von sozialen Medien oder von ihrem Smartphones oder Handys sind. Interessant dabei ist, dass dies weniger bei Teenagern der Fall ist, als bei Menschen über 20 oder über 30.
Cedric Hatto

Die Ergebnisse der diesjährigen Digimeter-Analyse zeigen ein aktuelles Bild über das Verhalten der Flamen gegenüber den digitalen Medien. Am besten zusammengefasst hat das die Titelseite der Mittwochsausgabe der flämischen Tageszeitung De Standaard. Dort heißt es unmissverständlich: „Es ist passiert. Wir schauen mehr auf unser Smartphone als auf unseren Fernseher.“

Während jeder siebte Flame erkennt, dass die unablässige Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Medien beunruhigende Formen annimmt, stellen 20 % der Befragten fest, dass gerade sie nicht mehr ohne diese Medien auskommen können. Im Gegensatz dazu hat sich eine kleine Gruppe von Landsleuten in Flandern dazu entschlossen, aufs Handy zu verzichten und reift wieder auf das konventionelle Telefon zurück. Im Jahr 2015 waren dies noch 1,5 % der Nutzer. Letztes Jahr hat sich deren Zahl auf 3 % verdoppelt.

Andere Zeitgenossen, das sind laut Digimeter 2016 rund 20 % der Betroffenen, setzen inzwischen auf Selbstdisziplin und setzen zum Beispiel ihren Kindern Grenzen in dieser Hinsicht. Sie untersagen ihrem Nachwuchs etwa den Gebrauch ihres Smartphones im Kinder- oder Schlafzimmer.

Soziale Medien

28 % der Flamen geben auch an, nicht mehr ohne soziale Medien auszukommen. Von dieser Sucht sind am häufigsten Nutzer in der Altersklasse der über 20- und über 30jährigen Smartphone-Nutzer betroffen. Und hier übernimmt Facebook die Hauptrolle. Die Facebook-Süchtigen befürchten, etwas zu verpassen, wenn sie gerade einmal nicht auf Facebook unterwegs sind. Teenager sind davon kaum betroffen, denn sie sind auf vielen Kanälen unterwegs.

Konkret lässt die aktuelle Digimeter-Erhebung den Schluss zu, dass jeder achte Flame, 13 %, zugeben, abhängig von dem einen oder anderen sozialen Medium, bzw. von ihrem Smartphone zu sein. Sie leiden demnach an „Digibesitas“. Nur 6 % aller Flamen, vornehmlich Rentner, haben auf digitaler Ebene keine Erfahrung und zu Hause weder Handy noch Computer. 65 % der Befragten geben an, in dieser Hinsicht „auf der Höhe der Zeit“ zu sein, während der Rest zugibt, hier den „Anschluss verpasst zu haben.“