Laurent: Gespräch unter vier Augen mit dem Premier

Premier Charles Michel (MR) hat wie angekündigt ein Vieraugengespräch mit Prinz Laurent geführt. Der Bruder des Königs hatte mehrmals gegen Auflagen verstoßen, an die sich die Mitglieder des Königshauses in der Öffentlichkeit zu halten haben. Hält sich der Prinz in Zukunft nicht an diese Regeln, drohen im Abzüge von seiner Dotation.

Am 17. Oktober 2016 hatte sich Prinz Laurent in Sri Lanka mit dem dortigen Premierminister getroffen, um dort mit ihm über das Thema erneuerbare Energie zu sprechen. Da ein solches Unterfangen gegen die Regeln für Mitglieder des belgischen Königshauses verstößt, hatte dies Konsequenzen. Wenn Prinz Laurent oder auch Prinzessin Astrid, die Geschwister von König Philippe, Gespräche oder Treffen mit Politikern im Ausland führen wollen, müssen sie dazu die Zustimmung des belgischen Außenministeriums einholen.

Dies ist per Dekret seit November 2013 so vorgesehen. Damit will die belgische Bundesregierung vermeiden, dass politisch zu deutende Handlungen für diplomatische Probleme sorgen. Prinz Laurent hatte sein Treffen mit Ranil Wickremesinghe, dem Premier Sri Lankas, nicht vorher angekündigt, darüber aber im Nachhinein per Twitter kommuniziert.

Im Dezember 2016 kam es dann zu einem zweiten Vorfall, bei dem der Prinz für Schlagzeilen sorgte. Am Rande einer Veranstaltung zum Thema Tierschutz, neben alternativer Energie die zweite Spezialität von Laurent, verlor er vor laufender Kamera unserer Kollegen von frankophonen Privatsender RTL die Rolle und holte gegen die belgische Politik und gegen seine Familie aus. Anlass dieses Ausfalls waren kritische Fragen zu den Finanzgebaren seiner Unternehmen.

Damals sagte der Prinz aufgebracht gegenüber RTL: „Wenn man mich in Ruhe lassen würde, sowohl von Seiten der Politik, als auch meiner Familie, dann würde ich sehen lassen können, dass meine Konten sogar finanzielle Überschüsse aufweisen. Ich habe dem Staat aus mehr gegeben, als der Staat mir gegeben hat.“

Danach gab Premierminister Michel im Parlament zu verstehen, dass solche und ähnliche Äußerungen nicht angepasst seien: „Als Mitglied der Königlichen Familie muss er sich in der Öffentlichkeit zurückhaltend verhalten.“ Der Premierminister erinnerte daran, dass er auch von Prinz Laurent Respekt vor dem Parlament fordere.

Dies unterstrich der Regierungschef bei seinem Gespräch unter vier Augen mit Laurent. Dabei erklärte er ihm auch noch einmal die Regeln, an die er sich zu halten habe. Bei einem weiteren Verstoß werde dies Konsequenzen für seine staatliche Dotation haben. Jährlich erhält Prinz Laurent 300.000 € an Dotationen aus Steuermitteln. 220.000 € davon sollen die Funktionskosten des Prinzen als Repräsentant des Landes und des Königshauses decken.