Terroristen planten auch Entführungen

Die Terroristen von Paris und Brüssel haben auch in Erwägung gezogen, wichtige Persönlichkeiten aus Belgien zu entführen, um damit die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen zu erpressen. Dies ist aus der Analyse eines Laptops ersichtlich, den Ermittler bei einer Razzia in Schaarbeek kurz nach den Anschlägen von 22. März 2016 gefunden hatten. Die VRT-Nachrichtenredaktion hatte Einblick in die Protokolle zu diesem Vorgang.

Nach den Anschlägen auf den Flughafen von Zaventem und die Metrostation Maalbeek in Brüssel durchsuchten die Ermittler auch eine Wohnung von Verdächtigen in der Max Roosstraat im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek (Foto oben). Dabei fanden sie in einem Abfalleimer einen Laptop. Die VRT-Nachrichtenredaktion hatte jetzt Zugriff auf das Protokoll der Analyse dieses Computers.

Drauf waren Audioaufzeichnungen von Gesprächen zwischen den Terroristen von Paris und Brüssel und einem gewissen Abu Ahmed in Syrien entdeckt worden. Daraus wurde ersichtlich, dass die Terroristen auch in Erwägung gezogen haben, hochstehende Persönlichkeiten aus Belgien zu entführen, um damit die Freilassung von hier inhaftierten Verdächtigen zu erpressen.

Dabei handelte es sich konkret um Mohamed Bakkali, der den Terroristen dabei geholfen hatte, Autos und Wohnungen zu mieten, und um Mehdi Nehmouche, dem mutmaßlichen Attentäter auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai 2014.

Diese Audioaufzeichnungen weisen erneut auf einen deutlichen Link zwischen den IS-Terroristen von Paris und Brüssel und terroristischen Kreisen in Syrien hin. Sie unterstreichen auch die Tatsache, dass die Verantwortlichen sowohl für die Attentate von Paris und Brüssel, als auch für den Anschlag auf das Jüdische Museum deutlich eine enge Verbindung miteinander hatten.