"Das Goldene Kabinett" im Rockoxhaus

Das Rockoxhaus in der Keizerstraat in der Antwerpener Altstadt ist eine Art Kunstkabinett, dass zeigt, wie die Kunstsammlungen der reichen Mäzene in der Scheldemetropole im 16. oder 17. Jahrhundert ausgesehen haben könnten. Heute sind dort auch wichtige Werke aus dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen (KMSKA) untergebracht, das aufgrund einer aufwändigen Renovierung für einige Jahre geschlossen ist.

Antwerpen erlebte Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts eine wirtschaftliche Blütezeit, in der nicht wenige Geschäftsleute und Patrizier wohlhabend wurden und begannen, Kunst zu sammeln oder Künstler zu unterstützen. Diese Mäzene hatten eindrucksvolle Sammlungen, von denen die meisten aber in der Folgezeit auseinanderfielen.

Das Rockoxhaus zeigt seit vielen Jahren, wie solche Sammlungen der damaligen Mäzene ausgesehen haben. Das Gebäude selbst trägt den Namen des früheren Bürgermeisters von Antwerpen, Nicolaas Rockox (1560 - 1640), der ebenfalls ein Mäzen war und der dort eine eigene Sammlung hatte. Seit einiger Zeit ist die Sammlung des Rockoxhauses durch wichtige Exponate aus dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen ergänzt worden. Da dieses Museum gerade wegen Renovierung geschlossen ist, wurden einige Schlüsselwerke dorthin ausgelagert, um sie der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten.

Aus diesem Grunde wurde das derzeitige gemeinsame Ausstellungsprojekt des Hauses mit dem KMSKA „Das Goldene Kabinett“ genannt. Dieser Titel wird von einem Schlüsselwerk der Kunstliteratur abgeleitet, nämlich von dem Buch „Het Gulden Cabinet van de Edel Vry Schilderkonst“ des südniederländischen Dichters und Vortragskünstlers Cornelis de Bie (1627 - 1715). Dieser verfasste seinerzeit über drei Biographien die Geschichte der Malerei in dieser Zeit.

Ausgangspunkt für „Das Goldene Kabinett“, dass im Rockoxhaus Spitzenwerke westeuropäischer Kunst im Zeitraum 14. bis 17. Jahrhundert präsentiert ist das Gemälde „Kunstkamer“ von Frans Francken II. (1581 - 1642), das einen typischen Ausstellungsraum eines damaligen Mäzenen zeigt. Übrigens, auch Nicolas Rockox ließ seinen Sammlungsraum von Francken II. malen. Dieses Werk hängt heute in der Alten Pinakothek in München.

Welchen Einfluss Nicolaas Rockox auf die Kunst aus und in Antwerpen seiner Zeit hatte, ist alleine aus der Tatsache zu erkennen, dass er Pieter Paul Rubens förderte und so zu dessen beeindruckender Karriere beitragen konnte. So gab Rockox Rubens den Auftrag, „Die Anbetung der Weisen“ für das Antwerpener Rathaus zu malen, ein Werk, dass heute im Prado in Madrid zu sehen ist.

„Das Goldene Kabinett“ zeigt Schlüsselwerke aus ganz Westeuropa. Darunter sind u.a. Werke von Jan van Eyck, Vater und Sohn Rubens, Antoon van Dyck, Jacques Jordaans, Cornelis Massijs (der Sohn von Quinten Metsys), Clara Peeters, Meister von Frankfurt, Hans Memling, Rogier van der Weyden, Jan Brueghel I., Lambert Lombart, Lucas Cranach dem Jüngeren und vielen mehr. Ganz neu in die Ausstellung wurde ein jüngst mit Mitteln der flämischen Landesregierung angekauftes Werk hinzugefügt. Dabei handelt es sich um die „Studie eines alten Mannes mit Bart im Profil nach links“ von Antoon van Dyck (siehe nebenstehenden Beitrag).

Info

Rockoxhaus, Keizerstraat 12, 2000 Antwerpen
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Die Ausstellung „Das Goldene Kabinett“ läuft noch bis zum 2. Juli 2017

Informationen auch auf den Webseite des KMSKA und des Rockoxhauses selber.

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