"Most Wanted": "Zwerg", Folterer und Vergewaltiger

Die belgische Bundespolizei hat der „Belgium’s Most Wanted“-Fahndungsliste, das ist die Webseite der Polizei mit den meistgesuchten Verbrechern des Landes, drei weitere Personen hinzugefügt. Bisher standen 20 flüchtige und in unserem Land verurteilte Straftäter auf dieser Liste. Drei davon konnten nach Tipps über diese Fahndungsliste festgenommen werden.

Nur Stunden nach Öffnung der Webseite konnte die Polizei nach ersten Tipps einen gesuchten Drogendealer schnappen. Einige Tage später wurde in den Niederlanden ein hier dringend gesuchter Gewaltverbrecher festgenommen und inzwischen konnte in Spanien ein flüchtiger Algerier verhaftet werden, der in Belgien eine lange Haftstrafe wegen Menschenhandel absitzen muss.

Jetzt hat die belgische Bundespolizei die auf der Fahndungsliste „freigewordenen“ Stellen wieder aufgefüllt. Hinzugefügt wurde der aus dem früheren Jugoslawien stammende Aza Petrovic, aufgrund seiner kleinen Körpergröße in Verbrecherkreisen „Der Zwerg“ genannt. Er war 2014 an einem gewalttätigen Homejacking beteiligt und hatte das entsprechende Objekt für seine Bande ausgekundschaftet. Während des Überfalls auf eine Familie stand er draußen „Schmiere“.

Der zweite jetzt auf der Liste aufgeführte Gesuchte ist der Marokkaner Othmane Galouby. Er wird wegen Folterung gesucht. Galouby hatte sich als Teufelsaustreiber ausgegeben und hatte sich auf Ersuchen einer Familie eines 18 Jahre alten Mädchens angenommen. Er begoss die junge Frau in ihrer Badewanne mehrmals mit kochendem Wasser und träufelte ätzende Säuren auf deren Bauch und Knie. Die Frau starb bei der Teufelsaustreibung. Galouby muss in Belgien für 10 Jahre ins Gefängnis.

Der dritte Gesuchte ist Ali Boubnou, ebenfalls Marokkaner. Er hat nachweislich drei Frauen entführt und mehrmals brutal vergewaltigt. Alle seine Opfer konnten aber aus der Wohnung des Peinigers in der Nähe des Brüsseler Bahnhofs Süd/Midi flüchten. Auch Boubnou muss für mehrere Jahre ins Gefängnis. Er gilt weiterhin als gefährlicher und gewaltbereiter Vergewaltiger.

Wo kann ich Tipps zur Ergreifung der Gesuchten abgeben?

Die „Belgium’s Most Wanted“-Liste ist auf der Webseite der belgischen Bundespolizei zu konsultieren (mostwanted.federalpolice.be). Wer Tipps und Hinweise zu den Gesuchten geben möchte, der kann dies diskret via Email (djo.perm@police.belgium.eu) tun oder über die kostenlose belgische Telefonnummer 0800 30 300. Aus dem Ausland kann die Telefonnummer +32 2 554 44 88 genutzt werden.